Folge 63: Kultur nur mit Bekenntnis? Sachsen-Anhalt nach der Wahl
Shownotes
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00:00:00:
00:00:02: Wir können es nicht zulassen, dass wir am Ende nur Sommerfeste und Stadtfeste haben wo es Hüpfburgen gibt und Pratwurststände.
00:00:09: Sondern wir brauchen ja auch die Räume, wo wir uns über bestimmte Themen unterhalten wie wir in Zukunft uns die Gesellschaft vorstellen und ich glaube dafür braucht es dann Kunst und Kultur.
00:00:34: Moderiert von Dennis
00:00:35: Schiponder.
00:00:37: Hallo und herzlich willkommen zu Mauer.
00:00:39: Echo Ost trifft West, dem Einheitspodcast der Tatspannter Stiftung!
00:00:43: Wir sind gerade hier bei unserer Podcast-Hur.
00:00:46: das ist unser letzter Halt beim Ostenfestival und wir fragen uns heute eine Woche nach der Wahl in Sachsen an.
00:00:54: Wie bereitet sich jetzt die Kulturlandschaft auf die neuen Realitäten vor?
00:01:00: Die ja auch noch nicht so ganz sicher feststehen?
00:01:04: Sonst ist es ja so, man sitzt im Theater freut sich gleich auf das Programm.
00:01:10: Das Licht geht aus aber lange bevor so ein Theaterstück beginnt fängt's schon an mit Planung.
00:01:18: welches Stück spielt mein überhaupt?
00:01:20: Wer bekommt welche Gelder, wofür?
00:01:23: Und das wird sich wahrscheinlich ändern in Sachsen-Anhalt.
00:01:27: Wie werden wir jetzt in Zukunft oder wird die Kulturlandschaft damit umgehen?
00:01:31: Das mache ich hier nicht alleine, sondern ich habe mir ganz tolle Gäste eingeladen.
00:01:36: Einmal Nicole Tröger, sie ist Schauspielerin und Performerin, künstlerische Leiterin und Mitbegründer des WUG Theater Quartiers in Halle sowie Kulturpolitische Sprecherinnen der IG Freie Theater Halle.
00:01:49: Herzlich willkommen Nicole Schön, dass du da bist.
00:01:51: Danke
00:01:52: schön Hallo!
00:01:53: Danach begrüße ich Martin Naunendorf.
00:01:55: Er arbeitet als Kurator und künstlerischer Produktionsleiter mit einem Schwerpunkt auf den freien Darständen Künsten Und du gehörst seit Jahrzehnteinzwanzig auch zum Ostenfestival Bist jetzt im Leitungsteam.
00:02:09: Dadurch ist es vor allen Dingen zustande gekommen.
00:02:11: Wir haben ja ganz viel miteinander korrespondiert.
00:02:14: Auch schön das du da wirst
00:02:16: Ja, schön, dass ihr da seid Vielen Dank.
00:02:19: Als Nächstes stelle ich euch Wolfgang Aaldack vor.
00:02:21: Ich denke viele von euch kennen ihn vielleicht auch schon, ne?
00:02:24: Seit zehn Jahren Abgeordnete am Landtag von Sachsen-Anhalt und Stadtrat in Halle für Bündnis Neunzig die Grünen.
00:02:30: Und neben Umwelt und Natur ist Kultur dein politisches Arbeitsfeld und du gibst uns da ein paar Einblicke an die Landtagsarbeit und wie ihr euch jetzt vorbereitet.
00:02:40: Schön dass auch du da bist!
00:02:41: Dass wir
00:02:41: dich tun.
00:02:42: Dankeschön für die Einladung.
00:02:43: Und unser letzter Gast ist Volker Ude, Intendant der Kölner Bachfest-Tage und Co-Erfinder sowie Co-Leiter der Montforter Zwischentöne in Voralberg.
00:02:55: Als ehemaliger Barockgeiger und Konzertagent Projektmanager und Mitgründer des Berliner Radialsystems kennt er den Kulturbetrieb aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven und ist so ein bisschen heute auch Sprecher für die Hochkultur In unserem Talk.
00:03:10: ich freue mich auch dass du da bist.
00:03:11: Hallo
00:03:12: Ja Vielen Dank Vielleicht gleich dazu.
00:03:14: Können wir das mit der Hochkultur weglassen?
00:03:16: Weil das Gegenteil wäre die Tiefkultur, da bin ich nicht mehr einverstanden.
00:03:21: Ja, können wir gerne drüber sprechen auf den Unterschied.
00:03:24: Das sollen
00:03:24: wir vertiefen
00:03:25: werden.
00:03:25: Das
00:03:25: ist bei mir ja die Subkultur dann, während die andere Perspektive.
00:03:29: aber er bin ich gespannt und es ist auch eine Diskussion wie wirkt sich das auf verschiedene Arten von Kultur oder die Politik auf verschiedene arten von Kultur aus?
00:03:38: Fangen wir mal mit dem Offensichtlichsten an.
00:03:40: Ihr habt jetzt vielleicht den ersten Eindruck von den Wahlen verdaut, wie sind eure Gedanken jetzt und so eine Woche nach der Wahl?
00:03:50: Nicole, vielleicht fangen wir mit dir an.
00:03:53: Ich glaube, das kann ich noch nicht sagen, es ist im Prozess und liegt schon auch schwer in Magen.
00:04:00: weiterhin Gleichzeitig merke ich, dass die Zeit jetzt gerade nicht um Pausen zu machen sondern es fordert eine hohe Aktivität und auch ein... Ich finde auch in Zeichen das es weitergeht.
00:04:14: Auch wenn die grundsätzliche Lage dazu einlädt in einer depressiven Stimmung zu verharren der Kunst und der Kultur tut man da keinen Nutzen Und insofern habe ich jetzt gerade eher für mich so ne Art In der Kampf klingt immer gleich so hart, aber durchaus kämpferische Grundhaltung und auch Lust.
00:04:38: Ja vor allem Lust jetzt nicht zu verzagen ist das ist so glaube ich gerade sich zu verbünden.
00:04:43: weiterhin Ich glaube, die letzten Monate des Letztejahres war geprägt auch für uns von zahlreichen Netzwerken und Bündnissen in der TIGWI-Gesellschaft.
00:04:55: Das ist etwas, woran man jetzt anknüpfen muss und weiter machen sollte.
00:05:00: Da halte ich mich gerade dran fest!
00:05:02: Du bist ja eigentlich direkt im Zentrum des Sturms, sage ich mal.
00:05:06: Die erste Woche am Landtag ist jetzt ja auch vorbei.
00:05:09: Ihr hattet eure ersten Treffen.
00:05:11: wie sieht es aus bei den Grünen oder bei dir persönlich in der ersten Woche?
00:05:16: Wie gehst du an die Sache ran?
00:05:18: Erstens freuen wir uns als Grüne erstmal über unser Ergebnis.
00:05:22: das war ein gutes Ergebnis was so nicht zu erwarten war.
00:05:25: aber die ganze Freude bringt natürlich nichts wenn man auf der anderen Seite das Rest ergebnis Sie, das uns vor eine große Herausforderung stellt.
00:05:34: Wir haben im Moment gerade eine gewisse Pattsituation, wenn man es den Landtag anguckt, der AFFD, der bisherigen demokratischen Fraktionen, die bisher am Landtag waren, fünf Abgeordnete vom BSW, wo wir noch nicht so richtig wissen wohin sie driften.
00:05:52: Von daher warten wir jetzt auch mal gespannt wie sich das entwickelt.
00:05:55: Wir als Grüne sind gut aufgestellt und wir haben die neue Fraktion gebildet sind fest entschlossen, das durchzuziehen was wir auch vor der Wahl entsprechend den Leuten klar gemacht haben dass wir ein klares Bollwerk sind gegen die AfD und dann natürlich auch Haltung zeigen.
00:06:11: Ich mache mir trotzdem auch große Sorgen im Moment gerade weil es gerade eine komische Situation ist.
00:06:17: tatsächlich niemand weiß wie es gerade so weitergeht wer wie agiert alles verhandelt irgendwie taktisch und natürlich machen wir große Sorge.
00:06:26: wie geht's überhaupt nicht nur in der Kultur sondern insgesamt.
00:06:29: Das müssen wir mal die nächsten Tage oder Wochen abwarten, vermutlich wird die Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern irgendwie ein Ergebnis bringen mit dem dann die anderen politischen Parteien umgehen und dann irgendeine Entscheidungen treffen wie es weitergeht.
00:06:44: ob eine neue Regierung gebildet wird, ob eine Minderheitsregierung der AfD gebildert wird, Ob's Neuwahlen gibt das steht alles noch offen.
00:06:52: Ja wie gesagt ich mache mir gerade große Sorgen Merke aber auch, dass in der Zivilgesellschaft wahnsinnig schnell – und das hat man gestern im Halle gesehen.
00:07:01: Gestern war da CSD-Inhalte.
00:07:03: Es war der größte CSD, den es je in Halle gab mit fast siebentausend Menschen.
00:07:08: Die Zivilgersellschaft ist fest entschlossen hier sich jetzt unterzuhaken zusammen zu halten.
00:07:13: Und es gibt mir wieder Mut und Kraft wenn wir geht's wie Nicole eigentlich ich bin nur so ein bisschen in Schockstarre, aber eigentlich innerlich schon irgendwie fest entschlossene sagen okay jetzt erst recht jetzt müssen wir kämpfen und es gibt die Menschen im Land.
00:07:25: Sechsundfünfzig Prozent sind immer noch mehr als die Vierundvierzig und das muss man auch immer wieder deutlich machen.
00:07:29: Es ist immer noch die Mehrheit, die Sohnepolitik, die die AfD vertritt nicht möchte – und das müssen wir zeigen auf der Straße!
00:07:36: Und hast du für uns da auch einen Eindruck aus dem Landtag?
00:07:40: Weil irgendwie beide Situationen sind ja schwierig.
00:07:44: Also irgendwie geht die AfD mit dem BSW zusammen und hat man vielleicht eine Regierung... Ich habe heute früh gelesen dass sie jetzt vielleicht doch Kompromissbereiter sind, als sie es die ganze Zeit kommuniziert hatten.
00:07:56: oder schließen sich doch alle anderen zusammen.
00:07:58: Oder gibt's eine Binnenheitenregierung?
00:08:00: Gibt es da schon so einen Rumoren im Landtag was du mitbekommen hast?
00:08:04: Es gibt ein paar so klare Haltungen.
00:08:05: also ich sage mal so in CDU, SPD, Grünen und Linke sagen solange SPD des BSW Steigbügelhalter sein möchte.
00:08:15: für eine mögliche AfD-Regierung brauchen wir dann nicht in Gespräche gehen, weil man ist ein Steitbügelhalter für Faschisten im Parlament.
00:08:22: Von daher wird es da nicht gehen.
00:08:23: sobald die ihre Positionen da aufgeben und sagen, wir könnten uns bestimmte Projekte irgendwie mit der AfD vorstellen gibt sicherlich auch wieder eine Annäherung oder eine mögliche Zusammenarbeit, die man vielleicht mit dem BSW anstreben kann.
00:08:36: aber das erstmals BSW am Zug und muss da irgendwie mal Klarhaltung bekennen.
00:08:40: Das tun sie nicht!
00:08:40: Die Eiern rum und drehen sich da wie es Fähnchen im Winde und da braucht's ne klare Haltung dazu.
00:08:47: Wir werden es in den nächsten Wochen sehen.
00:08:48: Ich finde es gerade wichtig und das bahnt sich an, dass der Rest irgendwie gerade sehr viele Gespräche führt und guckt, dass man da zusammenhält, dass Man sich auch darunter hakt Und jetzt aus dieser Situation eben dann nochmal mit einem guten Ergebnis rausgehen.
00:09:01: Es gibt die Idee Da hat des BSW ja auch mit reingebracht Mit dem überparteilichen Ministerpräsidenten.
00:09:07: Da haben sich jetzt mal CDU-Grüne und SPD gesagt da kann man mal drüber sprechen.
00:09:13: Da bräuchten wir aber die Linken dazu, die wollen das gerade gar nicht... Also es ist grad in viel Gespräche und es rumortviel im Landtag, aber Ausgang ist dann auch offen im Moment.
00:09:23: Also ich hab
00:09:25: ja den Tag nach der Wahl, weil ich auch an Halle unterwegs und habe so Stimmen eingefangen.
00:09:28: Und eine Frage ist immer noch wie soll denn so ein überparteilicher Ministerpräsident aussehen?
00:09:33: Wir sehen ja grade im Bund wie einen Politiker der keine Regierungserfahrung Waltet, sag ich mal.
00:09:41: Das ist diplomatisch!
00:09:42: Wie soll das für Sachsen-Anhalt aussehen und wer käme da überhaupt in Frage?
00:09:45: Da werden die euch Gedanken gemacht haben wenn ihr sagt ihr könnt euch dem Vorschlag eventuell anschließen.
00:09:50: Es wäre fatal, Namen zu nennen.
00:09:52: Sobald man einen Namen nennt, dann ist so was verbrannt.
00:09:55: Dann wird er sofort angegriffen.
00:09:56: Das macht keinen Sinn da.
00:09:57: Es braucht eine herausstechende Persönlichkeit der natürlich auch ein bisschen nur dir entsprechend sich mit Regierungshandeln auskennt.
00:10:05: aber ich glaube das geht es noch gar nicht.
00:10:06: die Person muss erst mal dahin kommen ob man überhaupt Gespräche dazu führen kann und selbst dafür gibt's ja im Moment gerade keine Mehrheiten dass man überhaupt darüber über die Idee gemeinsam Gespräche führt.
00:10:18: Aber
00:10:18: wie kann das funktionieren?
00:10:21: Es gibt ja verschiedene, dann nenne ich halt ein paar Funktionen.
00:10:24: Es gab ja verschiedene Beiträge schon bei Social Media wo irgendwie Magdeburger Bürgermeisterin, dass wäre etwas was ich zum Beispiel noch nachvollziehen könnte weil da gibt es immer eine Erfahrung so einen Austarien von einem Parlament oder dann kam aber Leute wie... EHK-Präsidentinnen oder sowas dazu, wo ich mir denke.
00:10:42: Aber ist es nicht auch was anderes als ein Landtag?
00:10:44: Oder eine Ministerpräsidentin zu sein?
00:10:48: Ja natürlich ist das was anderes.
00:10:49: aber so ein Ministerpräsidente und einen Ministerpräsententen arbeitet nicht allein.
00:10:52: da ist ein Riesenstab dahinter.
00:10:54: also das funkt
00:10:55: bei März auch.
00:10:56: ja okay ist ein Argument.
00:11:00: Wie gesagt, es ist ein Strohhalm, den man glaube ich im Moment gerade noch hat.
00:11:03: Wenn man sagt und dafür sind wir zumindest als Grüne auch in die Wahl gegangen haben gesagt Wir möchten eine faschistische Regierung verhindern dann ist das der letzte StrohhALM.
00:11:12: Und darüber erst mal Gespräche führen Das ist im Moment grad unser Ziel Aber durch Linken grad nicht möglich weil sie sich dem Gespräch erstmal verwähren
00:11:20: Alles klar.
00:11:20: Dann haben wir erstmal so Den politischen Block Ein bisschen eingefangen.
00:11:24: Martin wie schaust du jetzt Als Betreiber vom Ostenfestival Brau fürs kommende Jahr?
00:11:30: Also wir sind natürlich jetzt auch erst mal schockiert gewesen nach diesem Ergebnis, aber das ist ja auch nicht überraschend gekommen.
00:11:38: Und jetzt ist eigentlich die Frage wie gut sind wir darauf vorbereitet als Kulturakteure im Land Sachsen-Anhalt?
00:11:45: Wir als Festival Osten sind seit unserer Gründung auch ein Festival was sehr starke Netzwerken arbeitet und ich glaube dass es eine Stärke die wir haben und die wir weiter ausbauen müssen, die wir stärken müssen.
00:12:01: Es gibt ja hier auf dem Festival einfach sehr viel Programm was wir mit Partnerinnen gestalten und diese Partnerschaften müssen wir weiter intensivieren.
00:12:11: Wir sind natürlich auch vorsichtig oder beobachten die Situation wie dann sich die Förderlandschaft entwickelt Und es gibt ja sehr viele Möglichkeiten, kulturschaffenden Steine in den Weg zu legen.
00:12:24: Das muss ja nicht nur Förderung sein das können dann auch Ordnungsfragen sein schickt man da mal das Ordnungen vorbei und man kann immer irgendwie was finden wer will.
00:12:35: aber wir sehen jetzt mit dem Festival dass wir gestern eröffnet haben dass es gut ist einen Ort zu schaffen für Kunst und gegenseitiges Interesse und mich bestärkt das gerade zu sehen dass hier ganz viele Menschen auf dem festivalgelände sind unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands, also bundesweit kommen unsere Gäste hier angereist und es ist auch schön zu zeigen dass es andere Orte in Sachsen-Anhalt gibt.
00:13:03: Orte der Begegnung des Miteinanders des Austausches dem gut miteinander klarkommen kann.
00:13:11: Also ich weiß jetzt natürlich nicht, wer hier alles wen gewählt hat aber wir haben bestimmte Themen wo drüber wir uns trotzdem unterhalten können und das ist eine wichtige richtige Erkenntnis die wir hier jeden Tag jetzt sehen können.
00:13:25: Wie schaust du aber von den Bachfestspielen jetzt drauf?
00:13:27: Das ist ja etwas.
00:13:28: wo sagen wir jetzt mal wenn die AfD in Charge kommt dass es eher etwas was sie stützen?
00:13:33: Ja genau das ist das Missverständnis.
00:13:35: also Bei uns ist die Situation, dass wir eine kleine Bachgesellschaft haben.
00:13:38: Das ist eine städtische Gesellschaft.
00:13:40: Da gibt es insgesamt zwei Stellen und wir haben ein schönes Büro in einem kleinen eigenen Saal.
00:13:43: Und das ist von der Stadt abgesichert.
00:13:45: Wir haben gerade keine Mittelerhöhung gekriegt dieses Jahr.
00:13:48: Es gibt eine stabile bürgerliche Märde in Köthen.
00:13:50: Das überhaupt eine sehr nette und freundliche Kleinstadt.
00:13:52: Aber alles was wir tun darüber hinaus – und wie machen ja nicht nur die Bachfest-Tage?
00:13:56: Wir veranstalten zwei Wettbewerber unter anderem einen internationalen Wettbetrieb für Kinder und Jugendliche, die Klavier spielen!
00:14:05: Formen gibt.
00:14:07: Und das ist alles mit Unterstützung vom Land nur möglich, nicht nur das sondern auch mit Mitteln der Lotto-Stiftung – das natürlich auch politisches Geld im weitesten Sinne.
00:14:16: und das Missverständnis liegt daran dass zum einen die ja auf den natürlich Institutionen bedroht, die sie abschaffen wollen, die sich bekämpfen wie des Bauhaus.
00:14:23: aber es wäre falsch zu glauben was Sie uns nicht tun würden weil mir geht es darum und das habe ich auch lange vor der Wahl schon öffentlich gesagt, dass wir uns zur Vereinahmung schützen müssen.
00:14:33: Ich will auf gar keinen Fall dass das, was wir tun und auch das, wofür Jochen Sebastian Bach nach unserer Meinung steht wieder in diesen ganzen schwachsigen nationalistischen Kontext gerückt wird.
00:14:43: Und
00:14:43: d.h.,
00:14:43: wir müssen uns gegen eine Förderung wehren weil es ist die einzige Möglichkeit um diese Erfälle zu entkommen.
00:14:48: Weil indem man durch den Fördervertrag unterschreibe und vielleicht noch irgendwelche Erklärungen, da sich jetzt nur noch deutschnational denke oder irgendwelchen anderen Quatsch bin ich natürlich in der Falle!
00:14:55: D.h.
00:14:55: bei uns wird die Situation sein – das habe ich vorher gesagt, sage ich jetzt auch – hier würden keine Förderungen von AfD-Regionen nehmen, dann müssen wir uns nach einer Geldquende umschauen dass die einzige Möglichkeit aus dieser Falle zu entkommen.
00:15:07: Das ist ja allgemein so ein Problem, sich nur in der Kulturlandschaft auch in der Zivilgesellschaft.
00:15:11: wie stark macht man sich abhängig indem man Fördergelder nimmt?
00:15:15: also ich habe davor für den Dachverband des sächsischen Migrantinnenorganisationen gearbeitet.
00:15:20: Da brauchten wir auch noch keine AfD für, sondern die CDU hat uns im Vorlauf der Wahl ja den Rechnungshof auf einen Heizgehetz sag ich mal so.
00:15:30: Obwohl sie ja die ganze Zeit da waren und die Förderkriterien wurden gelockert als es mit dem Keine Krieg losging damit wir schnell helfen können.
00:15:37: Im Nachgang wurde uns das negativ ausgelegt und wir wurden insorvent gemacht Und das treibt jetzt ja eigentlich alle um.
00:15:43: und wie können wir uns Nicole davor schützen?
00:15:46: Also ne?
00:15:47: Einen Punkt ist Wir nehmen keine Förderung an mehr auf Landesebene, aber ich weiß auch viele Organisationen gerade weil man halt vernetzt ist.
00:15:54: Auch mit den Politikerinnen hier vor Ort haben vor allen Dingen das im Fokus.
00:15:58: wie schützen wir uns sonst noch vor Vereinahmungen oder wie sichern wir unsere Strukturen sonst ab?
00:16:04: Ich bin ja Akteurin der Freien Szene und spreche auch heute vielleicht das nochmal dazu gesagt als Vorstandsmitglied von Lanze also dem Landesverband für Freischater Sachsen-Anhalt.
00:16:18: Künstlerinnen hier oder auch Kulturinstitutionen, Spielstätten.
00:16:24: Vielleicht um das dazu zu sagen sind ja von vornherein in den letzten Jahren Jahrzehnten in Sachsen-Anhalt leben extrem prekär!
00:16:31: Ich kenne wirklich sehr wenig Künstlerin jetzt hier die in diesem Bundesland leben, die nicht am Existenzminimum sind Also und dafür immer mehr, aber wiederum die zum Teil Bürgergeld empfangen müssen.
00:16:45: Weil es nicht mehr anders geht, die darüber nachdenken das Bundesland zu verlassen.
00:16:50: Die darüber nach denken ihren Beruf aufzugeben oder zumindest sich einen Nebenjob suchen müssen weil es einfach nicht mehr geht.
00:16:57: Und das ist eine Realität, die besteht nicht erst seit jetzt letzten Sonntag sondern das ist seit vielen, vielen Jahren in diesem Bundesland auch Realität für freie Künstlerin in Sachsen-Anhalt.
00:17:11: Und weil ich jetzt so dieses Thema der Förderung, wenn wir das gerade aufgemacht haben also die grundsätzliche Frage also dass es jetzt nicht mehr besser wird aber wahrscheinlich zumindest auflachen das Ebene für Kulturförderungen Das ist klar.
00:17:24: Ich wollte das nur aufmachen um zu beschreiben dass diese Gefahr vielleicht für die freie Szene so glaube ich weniger besteht und ich glaube die unabhängigkeit sozusagen Also dieser Drang danach, der ist ja in Natur gegeben.
00:17:38: Und ich glaube was jetzt hilft?
00:17:41: Das ist wirklich Verbindung, Vernetzung auch über die Sandesgrenze hinweg.
00:17:46: Ich kann es dir auch noch nicht genau sagen!
00:17:47: Ich habe keine Lösung dafür.
00:17:49: also wenn ich die wüsste das wäre toll.
00:17:51: Das ist jetzt glaube ich die Frage der Fragen.
00:17:53: Wie kriegen wir das hin und wie schaffen wir dass freie Kunst oder überhaupt die Kunst in Sachsen-Anhalt weiter finanziert ist und sich nicht auf Ehrenamt berufen wird dass professionelle Künstlerinnen hier bleiben oder auch dazukommen, das Nachwuchs hier einen Platz findet, einen Ort findet.
00:18:09: Dass es Entwicklungsmöglichkeiten gibt.
00:18:11: Ich glaube unabhängig von Förderkultur ist ja auch die Willkommenskultur, die jetzt schon mit so einer möglichen Alph die Landesregierung die Attraktivität von Sachsen-Anhalt durchaus schmälert.
00:18:21: Ja wie wir das schaffen?
00:18:23: Das weiß ich nicht!
00:18:25: glaube ich aus den Gesprächen, die ich bisher mit Kolleginnen geführt habe oder die auch höre und wie wir sehen was passiert.
00:18:32: Ob das jetzt das Festival Osten ist?
00:18:34: Ob das Theater Natur im Harz ist?
00:18:36: Da gibt es so viele engagierte Künstlerinnen, so viel engagierte Theater Schaffende dass ich da sehr optimistisch bin, dass es eine große Stabilität gibt unter den Akteuren.
00:18:48: Wolfgang, ich geb den Weimar an dich weiter.
00:18:51: Weil wir gerade gehört haben die prekäre Lage ist ja schon länger ein Problem und hat man das in der Politik gesehen?
00:18:59: Waren da gerade mit der CDU eine Regierung hatte einfach andere Prioritäten und war es nicht so wichtig wie es so wahrgenommen.
00:19:06: in den letzten Jahren hast du mehr Finanzen versucht zu organisieren für die freien Künste in Sachsen-Anhalt.
00:19:15: Versucht haben wir das immer wieder, aber es scheitert natürlich auch.
00:19:18: Aber zur Wahrheit gehört schon auch dazu in Sachsen-Anhalt Simmen insgesamt mit dem Kulturetat nicht so schlecht wie man das eigentlich denkt ganz im Gegenteil werden eigentlich ein extrem hohen Kulturetar.
00:19:30: dass ist Einerseits sicherlich Kulturstaatsminister Robra hat zu verdanken, der durchaus immer sei man dafür gesorgt hat.
00:19:37: Dass der Kulturedtat, der war es in den letzten Jahren, immer zwischen eins Komma drei Eins Komma vier Prozent vom Gesamthaushalt das ist gar nicht schlecht sogar spitzenmäßig eigentlich im Vergleich zur anderen Bundesländer.
00:19:48: da sind wir also sehr gut.
00:19:49: ich habe auch empfunden dass er das immer sehr gut verteilt wird.
00:19:53: Da wird hier sicherlich was anderes sagen, da gibt es natürlich prekäre Situationen und der Unterschied zwischen der freien Szene und den großen Häusern die man landet ist natürlich brutal.
00:20:04: Was es da an Geld zur Verfügung gibt und was dann die freien Theater zur Verfügung haben.
00:20:08: Nichtsdestotrotz haben wir, glaube ich auch da in den letzten Jahren Verbesserungen in der Förderung hin gekriegt.
00:20:13: mit der Staffelung, mit der Basisförderung, also der Gipsbewegungen – so schlecht stehen wir immer da!
00:20:19: Als das Kulturfördergesetz verabschiedet wurde, haben wir uns einmal dafür eingesetzt dass wir bei einem Prozent vom Haushalt in die Kultur stecken und wollten eigentlich noch mit reinbringen, dass Kulturpflichtaufgabe für die Kommunen wird.
00:20:31: Das hat gar nichts damit zu tun, dass das Land irgendwie finanzieren muss zwingen.
00:20:35: Sondern für die Kommunen hätte es den Vorteil gehabt, dass man dort nicht kürzen kann Dann wäre es Pflichtaufgabe für die Kommunen gewesen und man hätte dort bei den Haushaltsaufstellungen praktisch nicht Geld aus der Kultur nehmen können.
00:20:48: Man hätte das dann praktisch gesichert haben.
00:20:50: viele gesagt, dass geht irgendwie verfassungsrechtlich irgendwie nicht.
00:20:53: aber wenn man will glaube ich hätte auch das irgendwo hingekriegt.
00:20:56: Es hätte bestimmte Dinge gesichern glaube ich.
00:20:59: jetzt müssen wir gucken.
00:21:00: Ich habe gerade noch keine Vorstellung keine Fantasie wie man das tatsächlich in Griff kriegt.
00:21:05: Glas kommt auf die Haltung der Akteure an.
00:21:08: nimmt man so eine Förderung dann von so einer Regierung an.
00:21:11: Das mag bei einzelnen Funktionieren, wenn wir das aber flächenteckend im Land machen wird es schwierig werden.
00:21:17: also wenn alle dann alternative Finanzierungsmittel suchen die sagt man wahrscheinlich nicht haben.
00:21:23: Ich habe gerade noch keine Fantasie, wie man das machen will.
00:21:25: Wir haben nächstes Jahr sind die Theaterverträge werden neu gemacht.
00:21:28: also mit den großen Theatern Halle Dessau-Makteburg werden neue fünf Jahresverträge verhandelt werden müssen.
00:21:35: bei uns in Halle sind es vierzehn Millionen, die da über die fünf Jahre irgendwie festgesetzt werden.
00:21:40: Also das ist schon riesige Summen, die immer hälftig von Stadt und hälftig vom Land finanziert werden müssen.
00:21:46: jetzt kann man sagen Wenn man die Haltung hat, wir nehmen vom Land nichts an.
00:21:50: Dann müsste die Stadt vielleicht dafür gerade stehen und man müsse das reduzieren wenn man dann nur noch das Geld von der Stadt zur Verfügung hat.
00:21:58: Das wäre eine Lösung und müsste stark reduzieren.
00:22:01: aber ganz klar ist, dass so kommt, wenn die AfD regiert und es durchziehen will wie sie das in ihrem Wahlprogramm strebt wird dieses landkulturell ärmer werden und das ist dramatisch.
00:22:13: Die Kommunen haben ja Ehe schon den sehr großen Druck mit dem Pflichtaufgaben und das ist ja teilweise in den Kommunen so, dass die Mittel schon so gebunden sind.
00:22:25: Dass man da gar nicht mehr viel hin- und herschieben können.
00:22:28: Du hast ja auch gesagt, dass euer Haus sozusagen durch die Stadt gesichert wurde.
00:22:32: Da hast du eine grobe Idee wie ihr das in den Finanzen der Stadt aussieht?
00:22:36: Warum das möglich war gerade?
00:22:38: Hat Költen so einen guten Haushalt oder haben sie euch als wichtig wahrgenommen das dann noch rein zu verhandeln?
00:22:43: Also wenn das nicht als wichtig achtet worden wäre, hätten wir keine Mehrheit am Startlad bekommen.
00:22:48: Und das war schon substantiell.
00:22:49: Köthen hat die letzten acht Jahre damit zugebracht den Haushalt zu sanieren.
00:22:54: Die haben tatsächlich die letzten jahren ausgeglichenen Haushalt gehabt.
00:22:57: Das ist nicht total dramatisch überschuldet.
00:23:00: Das war erstmal die Ausgangssituation.
00:23:01: aber ich glaube es ist einfach... ...das Ergebnis von der vernünftigen Arbeit, dass alle gesagt haben nie, wir brauchen das gehört zwar statt, das ist ein Aushängeschild.
00:23:07: Wir machen wahnsinnig viel Werbung für diese Stadt.
00:23:09: auch Wir sind das Stadtmarketing, weil offizielle Stadtmarktingen macht die Stadt überhaupt nicht.
00:23:16: Deswegen sind wir auch gleichzeitig irgendwie so eine Adwerbebotschafter und bin sehr froh darüber dass es so gut gelaufen ist wie man den anderen Teil finanziert.
00:23:24: da fehlt mir natürlich also mir fehlt nicht die Fantasie ich habe schon ein paar Ideen aber das verrate ich euch nicht.
00:23:32: nein das ist... Ich meine wir tun so als wenn jetzt ganz plötzlich einen Erdholstadt gefunden hat.
00:23:39: Aber de facto ist es ja so, dass nach den Umfragen des seit Jahren so ist.
00:23:43: Dass sich in diese Richtung entwickelt und das war jetzt nicht total unwahrscheinlich, dass sowas passieren wird.
00:23:48: Und von daher hatte man schon ein bisschen länger Zeit darüber nachzudenken was denn vielleicht alternative Möglichkeiten wären.
00:23:54: aber ich habe auch schon gesagt nunfalls machen wir einfach so gut wie gar nichts und wir haben schon sehr viele Angebote von tollen Künstlerinnen die gesagt haben ne wir kommen auf jeden Fall weil wir das wichtig finden was ihr da macht und die Resonanz wahnsinnig groß ist.
00:24:06: Wir hatten jetzt auch bei den Wachstagen wirklich einen Besucherrekord.
00:24:08: Das war ein wahnsinnig schönes Fest und wir hatten ganz stark den Anderen, dass es noch nie so emotional war.
00:24:15: Also das haben wir auch gestern Abend hier im Kraftwerk.
00:24:17: Dass es ein großes Bedürfnis danach gibt zusammen zu kommen, zusammen zu feiern aber auch zusammen so eine Art Rückzugsräume zu haben in die Stille wo man sich selber reinhören kann.
00:24:29: Und das ist irgendwie ein Rückzuchsort von dieser alltäglichen Härte, die wir spüren also in der politischen Auseinandersetzung Aber auch, dass es sonst so in der Welt passiert.
00:24:38: Also... Es gibt einen sehr, sehr großen Bedürfnis.
00:24:40: deswegen bin ich inzwischen auch wieder nicht nur optimistisch sondern total kämpferisch.
00:24:47: Und du hast ja gerade schon gesagt man konnte sich hier auf die Zustände vorbereiten.
00:24:51: wir wussten ja was passiert.
00:24:52: Wie hat sich das auf deine Programmplanung ausgewirkt?
00:24:56: Auf deinen Gefühl von Kunstfreiheit?
00:24:59: fängt man an sich selbst im Kopf zu zensieren.
00:25:03: und wie nimmst Du das vielleicht ob bei Deinen Kolleginnen war?
00:25:06: Also das wäre schlimm, also ich finde das ganz schlimm wenn man im Vorfeld und da gab es einige Beispiele im Land wo es einen Einknicken gab.
00:25:13: Wo ich mir gefragt habe warum denn jetzt bitte noch ist es ja nicht soweit?
00:25:17: Also warum soll man jetzt schon den Schwanz einziehen und den Kopf weg drucken und sagen bloß nicht anecken irgendwo.
00:25:24: Wir haben das schon ganz bewusst obwohl wir uns in Klassik auseinandersetzen Aber ein sehr starkes Verständnis dafür haben, dass Josef Asternbach eben zu seiner Zeit ein Innovator war und wir suchen nach diesem Geist der Innovation eigentlich.
00:25:37: Also wir arbeiten auch viel mit zeitgenössischen Formen und Künsten und Formaten.
00:25:41: Wir haben versucht das im Rahmen der Möglichkeiten dieses Festivals was ja jetzt kein Theaterfestival ist Was vielleicht nochmal ein bisschen andere Möglichkeiten bieten würde.
00:25:50: aber wir haben das schon ziemlich explizit gemacht Und ich bin ja auch als Person unterwegs und bin da auch sehr explizIT im Vorfeld schon gewesen.
00:25:57: Wir haben das Öffnungskonzert zum Beispiel so gemacht, wir haben einen Festivalorchester was sehr international zusammengesetzt ist.
00:26:03: Und ich habe die Musikerinnen gebeten sich persönlich vorzustellen und zwar mit wenig Informationen wo sie geboren sind, wo sie jetzt leben.
00:26:09: und einige haben sehr berühmte Geschichten erzählt weil sie z.B.
00:26:12: zwischen zwei Kulturen oder sogar drei Kulturenen aufgewachsen sind und gesagt haben es gibt keinen Ort auf der Welt wo wir uns wirklich zu Hause fühlen und wo uns keiner fragt wo kommst du eigentlich her?
00:26:22: Diese berühmt Frage die ja impliziert hier gehörst du nicht hin Wohin gehörst du denn dann?
00:26:29: Und spätestens dann denke ich hätten ein paar Leute sich den Saal verlassen müssen, wenn sie da irgendwie anderer Meinung sind dass die da nicht hingehören.
00:26:37: Also wir versuchen nach Kräften das deutlich zu machen in der Haltung.
00:26:42: Martin wie sieht es bei euch aus?
00:26:44: Weil ich stelle es mir trotzdem immer noch schwierig vor sich zu überlegen okay Wie kann's weitergehen?
00:26:50: Wie versuchen wir hier stabil zu bleiben und möglichst nicht den Zorn einer wenn man es nicht schon hat, und ich meine das ja auch schon zu spät.
00:26:58: Den Zorn zum Beispiel einer Regierungspartei auf sich zu ziehen um erst mal auf sich aufmerksam zu machen dass zb so Störungen kommen viele Steine in den Weg gelegt werden?
00:27:09: wo was macht ihr euch eigentlich am meisten sorgend?
00:27:11: Und wie raddet euch vor?
00:27:14: Wir hatten ja im Jahr zwentzwanzig schonmal eine Situation das wir angegriffen wurden von einem Bundestagsabgeordneten der AfD in Witterfeld Wolfen.
00:27:24: Das hat uns dann doch auch mehr getroffen, weil wir nicht damit gerechnet hätten dass wir so eine Gefahr darstellen.
00:27:33: Also wir sind Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse und sagen das wir ein offener Raum sein wollen um ins Gespräch zu kommen und dass jeder willkommen ist der ja einen toleranten Umgang mit den Menschen hat.
00:27:48: wenn wir jetzt hier nebeneinander sitzen und da sind eigentlich die Spielregeln dann Kunstwerke in Pressemitteilungen angegriffen wurden und das Festival aufgerufen wurde oder es befordert wurde, dass das Festival beendet werden soll.
00:28:05: Da haben wir schon gemerkt, wir stellen doch oder wir stehen für etwas was bei anderen Leuten was auslöst, dass man das angreifen muss.
00:28:14: Und wir gehen jetzt natürlich sehr viel auch verschiedene Szenarien durch.
00:28:19: Bereiten uns dann im Team darauf vor, dass wir die durchsprechen und überlegen was machen wir.
00:28:24: Wir haben sehr tolle Partnerinnen mit denen wir dann auch eng in Kontakt sind und dann auch besprechen was ist unsere Reaktion wie gehen wir darauf ein wenn nochmal etwas passiert?
00:28:40: uns in so einer Aufwärtsspirale befinden, dass dann die eine Agitation eine andere Gegenreaktion hervorruft.
00:28:47: Sondern wir versuchen das ein bisschen nicht groß werden zu lassen wenn sowas passieren sollte weil wir einfach andere Themen haben die uns viel mehr interessieren und wie unsere Energie auch voran das einsetzen wollen.
00:29:00: also wir haben dieses Jahr das Thema Kraftwerk Zukunft und wir beschäftigen uns natürlich einerseits mit der Energie hier vor Ort wie die Energiefersorgung in Sachsen-Anhalt die Landschaft und die Gesellschaft geprägt hat.
00:29:13: Und auf der anderen Seite fragen wir auch, wo kommt eigentlich unsere gesellschaftliche Energie her?
00:29:18: Wie schaffen wir es Mut-und Zuversicht für die Zukunft zu entwickeln um eine positive Zukunft vorstellbar zu machen und dann auch zu erreichen?
00:29:28: Da möchte ich viel lieber das da unsere Energie reinfließt!
00:29:36: mit den Menschen zu reden und nicht über die Menschen.
00:29:39: Und vielleicht auch eine größere Solidarität in der Umgebung bei dem Menschen, dass ihr auch wichtig seid für das Klima, sag ich jetzt mal hier vor Ort, dass sie da auch wichtig sind und ihr vielleicht auch den Rückhalt dann hier in der Bevölkerung vor Ort habt?
00:29:55: Ja, wir als Festivalmachende beschäftigen uns sehr intensiv mit den Orten.
00:30:00: Jetzt hier am Kraftwerk in Chornowitz haben wir uns erstmal mit der Geschichte auseinandergesetzt und mit Leuten gesprochen die auch noch... Ja, aktiv sind die Kraftwechseniorinnen zum Beispiel.
00:30:12: Wir versuchen dann die Projekte, die wir im Festival zeigen gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu entwickeln Künstlerinnen hier einzuladen, die Lust haben aus dem Ort heraus künstlerischer Arbeiten zu entwickeln.
00:30:24: Wir arbeiten ziemlich langfristig.
00:30:26: also im letzten September haben wir schon angefangen das diesjährige Festival vorzubereiten und Einladungen auszusprechen wie in einem Projekt Mixtape Ost wo wir gefragt haben Wie klingt eigentlich der Osten?
00:30:38: Und da ist das Regiduo vöchstisch wind auf Menschen zugegangen und hat sie eingeladen, eben über diese Songs und Lieder zu sprechen.
00:30:47: Und je mehr Menschen direkt in den künstlerischen Arbeit involviert sind, desto eher erreichen wir es auch dass es eine Akzeptanz gibt, dass es da wichtige Multiplikatorinnen gibt, Vorhaben verteidigen, weil sie selbst dabei sind und merken.
00:31:03: Es ist total schön hier zu sein und Zeit zu verbringen und in den Austausch zu kommen und sich auch auf neue Dinge einzulassen die anders sind, weil es Kunst ist und anders gedacht wird.
00:31:14: Jetzt bin ich mal kurz neugierig wie klingt denn für die Menschen der Osten?
00:31:18: Was ist da rausgekommen?
00:31:19: Weil für mich klingt Osten immer nach Klingklanken!
00:31:22: Es ist Fanny Hänsel mit dabei, es sind über sieben Brücken musst du gehen.
00:31:28: Es ist aber auch ein Silbermoons Song dabei und es sind einfach immer sehr persönliche Geschichten die mit diesen Liedern in Verbindung stehen und eine Beteiligte wird davon erzählen dass sie immer in den Harz gefahren wurde von ihrem Vater weil sie dort ihre Ausbildung gemacht hat und er hatte immer dieses Mixtape im Auto das ihr Vater eben zusammengestellt hat.
00:31:51: Ja, einfach Lieder die mit einer bestimmten Emotion verbunden sind und deswegen ist das sehr persönlich und sehr unterschiedlich.
00:31:57: Und ich freue mich sehr dass sie das dann auf der Bühne mit uns teilen werden.
00:32:01: Danke, dass du das mit uns geteilt hast.
00:32:03: Nicole es ist ja immer auch ein Herausfordern von gesellschaftlichen Bewegungssituationen.
00:32:09: Wie siehst Du die Kunstfreiheit?
00:32:13: Also abseits von den prekären Situationen Siehst du die jetzt schon bedroht?
00:32:18: Denken da Menschen drüber nach, was sie aufführen.
00:32:22: Was nicht?
00:32:22: oder lassen sie sich erst recht gar nichts verbieten und versuchen dann noch frei zu werden.
00:32:28: wie sieht das aus in eurem Netzwerk?
00:32:31: Also ja, ich glaube schon dass die Unsicherheit darüber welche Auswirkungen da jetzt konkret bevorstehen oder was das jetzt Patriotismus Bekenntnisse wie das jetzt aussehen soll und was es jetzt ist.
00:32:44: Und was genau gemeint ist mit deutschem Theater und nicht-deutschem Theater oder Anti-Deutschen?
00:32:49: Ich glaube diese Unsicherkeit besteht schon... Ich nehme viel mehr wahr, dass es eben eigentlich eine Positionierung von Künstlerinnen und auch in den Produktionen sehr, sehr sichtbar ist.
00:33:00: Das ist teilweise ja auch in der letzten Jahren schon stärker geworden.
00:33:05: Gleichzeitig würde ich jetzt nicht sagen – das kann ich zumindest nicht von meinem Punkt jetzt aussagen -, dass ich jetzt wahrnehme, dass sich irgendjemand anbiedert?
00:33:13: Das ist nicht mein Eindruck!
00:33:15: Ich habe eher das Gefühl, dass der Begriff der Kunstfreiheit, dass das natürlich im Mittelpunkt steht und auch für die Künstlerinnen nicht infrage steht.
00:33:24: Also, dass man das verteidigt und verteidigen muss – ich glaube in den Arbeiten der nächsten Jahre sich bewirbt.
00:33:31: Ich kann es jetzt nur aus meinem Arbeitsfeld im Vogue-Theaterquartier zum Beispiel beschreiben, dass ich da sehr klar sehe, dass sich Künstlerin politisch sehr klar positionieren Einladungen aussprechen in ihren Produktionen auf verschiedene Perspektiven und Sichtweisen deutlich machen.
00:33:50: Es ist nicht mal ein Eindruck, dass der erste Weg von Künstlerinnen zu sagen hier in Sachsen-Anhalt okay ich suche mir jetzt den Goethe raus oder den Schiller weil das offensichtlich von der AfD gewollt ist.
00:34:01: Ich glaube es wäre befremdlich aber so nehme ich die Szene hier nicht wahr.
00:34:06: Und wenn man sich so stark positioniert hat das schon im Vorfeld für Verwerfungen oder Ausgrenzung, oder auch Beschimpfung gesorgt.
00:34:17: Weil das ist ja auch mal ein Mittel-Einschüchterung um Leute die sich dann doch immer noch den Mund aufmachen doch klein zu bekommen.
00:34:24: Also ich weiß dass es in Städten auch zu gerade in der Förderpolitik teilweise manchmal schon zur Ausspielung von Vereinen kam oder Produktion, dass das schon Thema ist politisch.
00:34:37: Dass gerade im Harz teilweise auch, weiß ich nicht, Programmbanner zerschnitten sind.
00:34:42: Also solche Wahrnehmungen... Dass das Auswirkung hat auf Programmatiken und wie man sich positioniert eben sehr wohl da Anfeindungen gibt?
00:34:51: Sonst ist das mir zumindest jetzt noch nicht so sehr klar aufgefallen.
00:34:56: Volkert!
00:34:57: Wie sieht es bei dir aus?
00:34:58: Weil du hast ja selbst gesagt, du bist sehr viel unterwegs strikt in deiner Haltung und Linie?
00:35:04: Wie nimmst du Gegenwindwagen gerade?
00:35:08: Na, ich glaube alle Menschen die sich in letzter Zeit irgendwie deutlich positioniert haben kriegen irgendwelche Kommentare auf sozialen Medien.
00:35:16: Also bei euch in der Politik ist es noch sehr viel krasser.
00:35:19: aber das ist bei mir auch schon so weit!
00:35:22: Und nur durch die Tatsache dass man dagegen ist oder auf einer Gegendemonstration ist... In Bitterfeld zum Beispiel haben sie ja wirklich wahnsinnig tapfer seit über einem halben Jahr jeden ersten Montag im Monat demonstriert auf der einen Seite das Bündnis gegen rechts und auf der anderen Seite die AfD.
00:35:39: Und da habe ich auch mal als Demonstrationsredner gesprochen, wo wurde ich eingeladen?
00:35:43: Das ist schon krass!
00:35:44: Also dass... Auch diese Energie auszuhalten, diese negative Energie also das was mich wahnsinnig beschäftigt und die will ich eigentlich nicht in meinem Leben haben weil ich hab das normalerweise nicht, aber ich führe, dass sich auch anfangen zu brüllen und aggressiv fährt oder so, weil man einfach es ist einfach wahnsinnigs schwer dem Stand zu halten.
00:36:03: Und auf der anderen Seite denke ich, dass das also eines von sehr vielen Mitteln ist und unsere Chance gute Laune zu behalten – auf eine Art!
00:36:12: Weil die können nur schlechte Laune verbreiten.
00:36:17: Ich ärgere mich dann nämlich selber wenn ich in diese Falle tappe.
00:36:19: Aber es ist natürlich schwierig, weil man beschimpft wird als Zächer oder sonst irgendwas.
00:36:23: Es geht auch durchaus mal in Richtung einer Bedrohung nach dem Motto Sie müssen sich dann ja nicht wundern, dass das irgendwann auf sie zurückfällt.
00:36:32: Solche Formulierungen klingt erstmal ganz freundlich und bürgerlich aber gemeint ist eine handfeste Drohung eigentlich.
00:36:38: Das hier schon!
00:36:40: Aber wie gehst du damit um?
00:36:42: Also versuchst du es nicht an dich ran zu lassen oder versuchste... Ich habe in meiner Vergangenheit immer so ein bisschen darauf geachtet, dass ich antirassistische mache und nicht unbedingt antifaschistischer arbeite.
00:36:53: Man macht auch, obwohl das ja miteinander bedingt, aber für die AfD tauche ich da nicht unbedingt direkt an deren Angriffsfeld auf weil ich mich nicht unbedingt gegen sie ausspreche sondern für Integration, für Teilhabe Und es hat eine ganze lange Weile ganz gut funktioniert.
00:37:07: Aber jetzt merke ich halt so, ich kann halt nicht mehr.
00:37:09: Also ne man ist in diesen Sog mit reingezogen und man isst er im Kampf und ich hab da so Im Wahlkampf auch so'n bisschen andere Wahrnehmungen gehabt.
00:37:17: Also das, was die AfD ja geschafft hat war ja diese gute Laune zu transportieren mit einem Siegmund der durchs Land tut als wäre alles irgendwie in den Frühlingsfest oder Sommerfest und man hatte ja den Eindruck dass auf der anderen Seite gar nicht mehr so diese Fröhlichkeit da war.
00:37:31: also weil ich neben auch gerade ganz viel Erschöpfung war an ganz vielen Enden Ganz viele Polier sind Leute krank geworden weil sie sich zur Tode gekämpft haben sage ich mal die letzte Zeit Und das spüre ich auch so ein bisschen und die habe irgendwie so ein bißchen diesen einfacheren Punkt weil wir immer nur reagieren im Moment, wir sind nicht im Agieren.
00:37:49: Ja das sehe ich genauso.
00:37:51: also wir müssen noch sehr viel aktiver werden.
00:37:53: Also eines der Dinge die wir uns vorgenommen haben für unsere Arbeit in Köthen dass wir noch sehr viele mehr versuchen zu machen und Räume anzubieten und auch Dinge zu tun die weit über Musik hinausgehen sondern einfach weil wie die Möglichkeit haben wenn eigenen Raum haben das wirklich zu nutzen und Angebote zu schaffen für Menschen, mit denen wir bis jetzt vielleicht noch gar nicht in Kontakt gekommen sind.
00:38:14: Ob das gelingt weiß ich nicht aber ist auf jeden Fall ein Vorsatz also... Wir müssen noch mehr tun anstatt weniger uns zurückzuziehen.
00:38:23: Gibt es denn Fragen aus dem Publikum?
00:38:26: Da ist direkt eine.
00:38:28: komme ich mal vorbei
00:38:29: Danke Ich muss an die Entstehung der soziokulturellen Zentren denken.
00:38:34: im besten Das war ne Zeit, zebziger-achtiger Jahre.
00:38:39: Die sind angetreten mit dem Motor keine Staatsknete.
00:38:45: Also die wollten kein Geld vom Staat, weil sie gefürchtet haben wenn Sie das nehmen, sind sie erpressbar und biegbar Und die haben sich gegründet praktisch gegen die offizielle oder Staatsförderung.
00:39:03: Nun muss man natürlich sehen, dass die heutige Kulturszene in Deutschland auch ein Ergebnis der Förderpolitik ist.
00:39:12: Man kann das nicht genau vergleichen aber man könnte vielleicht aus dieser Erfahrung mit dem Aufbau der Soziokulturellen Zentren lernen.
00:39:21: Was haben die denn damals gemacht, um tatsächlich solche Zentren zu gründen und die bestellen bis heute?
00:39:29: Irgendwann haben sie Förderung genommen.
00:39:31: Aber der Gründungsimpuls und lange Zeit haben sich gewehrt dagegen – und sie sind trotzdem entstanden!
00:39:40: Das ist auf jeden Fall, die Tatz ist ja auch so ein Modell.
00:39:42: So entstanden und das hat aber natürlich auch Folgen, weil ich merke heute wir haben keine Paywall.
00:39:50: Das hat was mit Strukturen zu tun.
00:39:52: weniger Geld dass wir verdienen sondern mehr Haltung und das macht es natürlich auch schwieriger.
00:39:57: und dazu muss man vielleicht auch noch mal sagen diese Ost-West Unterschiede ist immer noch da liegt.
00:40:01: also ne wo liegt das Geld?
00:40:03: Wo kriegt man dann auch Unterstützung dafür?
00:40:05: Aber gebt's dafür einen Ansatz in Sachsen-Anhalt Wolfgang?
00:40:08: Also Zum Beispiel nehmen wir uns Jakob Springfeld ist ein Kumpel von mir.
00:40:11: Er meinte auch selbst, wir müssen als Linke mal wieder aus diesem Wust rauskommen das alles immer mit Geld funktioniert und dass wir dafür auch Geld kriegen.
00:40:19: früher war das alles viel mehr ehrenamtlicher vielmehr do it by yourself.
00:40:23: da müssen wir vielleicht auch mitten kommen und uns nicht so darauf ausruhen dass es immer für alle Förderung gibt.
00:40:29: Ist da so einen Ansatz drin?
00:40:30: wäre sicherlich mal in Ansatz.
00:40:32: ganz klar wenn das zeigt er das Beispiel von den sozialkulturellen Zentren das hat mal funktioniert Und wenn etwas funktioniert hat, dann zeigt es mir auch immer.
00:40:40: Das kann auch wieder funktionieren und ich glaube die Gemeinschaft, die Netzwerke haben wir hier in Dachsen-Anhalt.
00:40:46: Wenn du ehrenamtliche Arbeit ansprichst oder Engagement anspricht?
00:40:50: Ja brauchen wir wieder glaube ich verstärkt und ich glaub Wir müssen ein bisschen von den Ansprüchen runter kommen, die manchmal auch mit ehrenamblichem Engagement verbunden wird.
00:40:59: Ich verfolge seit vielen Jahren die Diskussionen
00:41:04: wo
00:41:04: oft bei ehrenamtlichen Engagement.
00:41:06: Die erste Frage immer ist, welche Entschädigungen kriege ich denn da für mich?
00:41:11: Ich bin auch seit meiner Jugend irgendwie, ob das im Sportverein war, irgendwie ehrenamlich engagiert.
00:41:16: Da gab es nie irgendwie eine Entschätigung dafür.
00:41:18: Da hat auch niemand jemand danach gefragt, sondern es war einfach selbstverständlich.
00:41:23: Ich bringe mich irgendwo ein und das was ich zurückbekomme an Freude von den jungen Menschen, die ich trainiere und Spaß daran habe.
00:41:32: Das ist für mich eigentlich die Entlohnung.
00:41:33: Vielleicht muss man da auch wieder ein bisschen hinkommen, die Ansprüche wieder runterzuschrauben.
00:41:38: Einfach zu sagen ja, ehrenamtliches Engagement heißt für mich einzubringen, für die Gesellschaft einzubrechen ohne dass sich gleich irgendwie eine Gegenleistung in Form von Geld für mich beansprache.
00:41:48: Vielleicht wäre das ein Weg, dem man gehen könnte?
00:41:52: Nicole du hast dann was gesagt.
00:41:54: Ich würde gerne dagegen sprechen.
00:41:56: Da wird mir ganz anders, ehrlich gesagt.
00:41:58: Und da merke ich als Künstlerin ... Ich denke also... Ich habe das vorhin im Vorfeld gesagt.
00:42:03: Das ist ernst gemeint.
00:42:04: Also prekäre Arbeit bedeutet unbezahlte Arbeit hier in Sachsen-Anhalt und es ist en masse!
00:42:09: Und ich glaube alle Künstlerinnen oder allen Menschen die hier im Kulturbereich arbeiten, das wird im Festival Osten nicht anders sein und anders gehen.
00:42:16: Es gibt so viel unbezahlter Arbeit und wir dürfen nicht vergessen dass das hier bei allem Anerkennung für jedes Ehrenamt ohne Frage Wichtig ist.
00:42:26: weiterhin, ich glaube sonst funktioniert Sachsen-Anhalt auch tatsächlich gar nicht.
00:42:30: Das ist alles unbestritten.
00:42:32: Gleichzeitig gibt es Berufe.
00:42:33: also das ist ja nicht Spaß was wir hier machen.
00:42:36: Also das macht mir Spaß mein Beruf glücklicherweise aber trotzdem ist das meine Lebensgrundlage und das gilt für ganz viele andere Menschen.
00:42:45: und Kunst der Zugang zu Kunst, der Zugung zur Kultur, dass ist ein Menschenrecht, das darf man nicht vergessen.
00:42:50: und ich finde da muss Politik in Verantwortung gehen Und dafür braucht es eben auch Mittel und Geld, damit Zugängen überhaupt möglich sind zur Kunst- und Kultur.
00:43:00: Damit Tickets nicht drehundert Euro kosten.
00:43:03: Also das ist ja ein wesentlicher Bestandteil.
00:43:05: also insofern ich glaube dass wir schon sehr viel ehrenamtlich arbeiten.
00:43:09: Ich glaube auch hier in Sachsen-Anhalt möglichst viele Menschen ehrenamtlich arbeiten.
00:43:14: und das Thema der Wertschätzung von Arbeit gerade in der Kultur die ist für mich mit Geld verbunden Bitte nicht noch mehr.
00:43:24: Also da möchte ich nicht falsch verstanden werden, also ich unterscheide ganz klar irgendwo was ist mein Beruf und was ist ehrenamtliche Arbeit?
00:43:31: Gar keine Frage!
00:43:32: Und was beruflich gemacht wird das muss auch entsprechend finanziert werden.
00:43:37: und auch mit Geld versorgen weil gar keine Frage.
00:43:40: aber wenn ich mich in einem Verein engagiere dann ist es so nicht rein ehrenamtliche Arbeit dann hat es nichts mit Beruflingen zu tun sondern ich habe einen Beruf und nebenher engagiere ich mich ehrenabendlich glaube ich, muss man nicht als erster Stelle nach einer zusätzlichen Auffahrtsentschädigung oder irgendwas schreien.
00:43:57: Sondern das ist für mich selbstverständlich so bin ich aufgewachsen und mit ehrenamtlicher Arbeit groß geworden, dass man es einfach macht um etwas in die Gesellschaft zurückbrüllen.
00:44:06: Das ist gar keine Frage, dass im Kulturbereich nicht ein Theater irgendwie ehrenamblich funktionieren kann und völlig ohne Geld umsonst.
00:44:12: Und das war nicht damit gemeint wenn ich sage Ehrenamtliche Arbeit
00:44:21: Aber ist ja auch noch mal spannend.
00:44:22: Ich glaube, das hat ein bisschen was damit zu tun... in der ehrenamtlichen Arbeit immer mehr Professionalisierung stattgefunden hat und das vielmehr verschwindet.
00:44:30: Weil ich bin auch nur dadurch Moderator geworden, nur dadurch mache ich Sachen und dann kennst du auf einmal ganz viele Strukturen und dann fragen die dich an kannst du mal eben?
00:44:39: Und ich sage naja es ist nicht nur ein kannst du Mal eben!
00:44:42: Ich habe auch dieses Jahr gemerkt wo die Gelder halt mehr und mehr schwinden so Moderatoren oder Leute sind die letzten in der Nahrungskette haben die Strukturn keine Gelder geben sie auch nicht soviel aus für Menschen die was moderieren sollen Also dann doch wieder Profis mehr mit reinbringen müssen.
00:44:58: So, jetzt ganz zu!
00:45:00: Vielleicht noch kurz abzunehmen zu dem Thema.
00:45:01: ich finde der Begriff Ehrenamt ist wahnsinnig irreführend.
00:45:05: also wir haben in den Kürtern auch einen langen Regionalentwicklungsprozess gemacht.
00:45:08: das haben alle ehrenamtlich gemacht das heißt aber unbezahlt weil Ehrenamten klingt so als wenn man am Ende irgendeinen Orden angeheftet kriegt auf ein Podest hingestellt würden alle klatschen.
00:45:18: Nicht der Fall, sondern entgegenteil.
00:45:19: man kann auch eher mit Gegenwind zu kämpfen.
00:45:22: Muss ich fragen so warum eigentlich?
00:45:24: das ist doch toll wenn sich Leute engagieren?
00:45:25: Das ist ein anderes Thema.
00:45:26: Ich wollte eigentlich zurück zu den Soziokulturellen Zentren und ich bin selber in so einem sozialisiert worden.
00:45:31: In Norddeutschland gibt es immer noch, ist lustigweise auch ein ehemalige Industriegebäude in Pumpferken, ehemales Pumpferk genau wie das Radiasystem in Pumpfwerk ist.
00:45:40: Ich glaube Der Weg des Soziikulturellen Centrums war ein langer Aushandlungsprozess also Prozess von Annäherung wachsen im gegenseitigen Verständnis vielleicht und dann kam es dann auch irgendwann zur Förderung usw.
00:45:54: Und ich möchte vor dem Missverständnis warnen, dass man mit Menschen die der AfD angehören irgendwas aushandeln kann.
00:46:02: Das ist eine Art der Politik mit einer Streitachst!
00:46:05: Und wir haben gerade gestern hier in diesem Kraftwerksabend den wir gemacht haben Texte benutzt von der türkischen Autorin H.T.
00:46:11: Melkoran.
00:46:12: Dieser Zehn-Jahr-Mexil lebt und die
00:46:14: sehr
00:46:15: präzise Also erschreckend präzise beschrieben hat, wie sie ihr Land verloren hat und welche Missverständnisse es im Verlauf dieses Prozesses gegeben hat.
00:46:23: Und einer davon unterschreibt sich sehr deutlich war das viele unter anderem Künstlerinnen intellektuelle gedacht haben.
00:46:30: dass ist jetzt eine neue Herausforderung.
00:46:32: wir setzen uns damit auseinander und dann wars aber schon zu spät.
00:46:35: da gibt's nicht viel auseinandersetzen.
00:46:37: man kann sich nur wehren und zwar mit Händen und Füßen.
00:46:39: auf irgendwelche Aushandlungsprozesse kann man da nicht setzen.
00:46:43: Meinst du am Allgemein?
00:46:45: Also es wird ja oft trotzdem noch einen Unterschied gemacht zwischen Menschen, die AfD wählen und Menschen, der dann engagieren.
00:46:52: Ich rede von Politikern ganz eindeutig.
00:46:56: Das ist total gleich.
00:46:57: Ich redete über die Menschen, denen sie wählen sondern ich rede über die Akteure, die sich die Programme ausgedacht haben.
00:47:02: Die haben alles gesagt.
00:47:04: Sie haben alles geschrieben und man kann sehr genau wissen was die vorhaben.
00:47:10: Mit Gnade oder Verständnis oder Aushandlung ist.
00:47:12: da nicht zu rechnen.
00:47:14: Gibt es weitere Fragen aus dem Publikum?
00:47:18: Sorry, doch auch noch mal kurz zu den Ehrenamtsthemen zurück.
00:47:22: Ich arbeite seit ein paar Jahren immer beim Theaternaturfestival in Benneckenstein eben auch in Sachsen-Anhalt Und das Festival könnte gar nicht stattfinden ohne Ehrenamtliche.
00:47:32: Also so grundlegend die Struktur Leute, die die Kasse machen, die Bar machen und die Toiletten putzen alle ehrenamtlich.
00:47:38: Das heißt es ist ja schon so weit runtergespart und auf eine Art dann auch etwas.
00:47:43: daran ist auch runtergerockt dass wenn da noch was weggehen würde dann kann tatsächlich gar nichts mehr stattfinden und wir kriegen auch winzige Gagen usw.. Das fühlt sich teilweise obwohl wir Profis sind Der Bühne da agieren schon wie Ehrenamt teilweise an, weil es so eine Auffanzentschädigung ist für das was man da macht.
00:48:02: Und ja, kann ich mich total anschließen, höre dich so.
00:48:05: Wo waren die Erfahrungen davon?
00:48:07: Da drinnen zur Arbeit wo man manchmal denkt Ah!
00:48:09: Ist jetzt gerade noch mein meine Arbeit oder ist es ehrenamt dass die Grenze dann natürlich immer weiter verschoben wird und irgendwann wird es schwierig sich selbst da drin als arbeitend wahrzunehmen.
00:48:22: Und dann fängt man auch an, das eigene Professionellsein daran auch an zu zweifeln und so.
00:48:27: Ja natürlich führt es dann vielleicht dazu dass man sich irgendwann denkt scheiß ich kann's mich nicht mehr leisten!
00:48:33: Ich wollte einmal reagieren weil wir sind jetzt in so eine Strukturdebatte wieder reingerutscht und das passiert uns glaube ich auch sehr häufig im Kunst- und Kultur.
00:48:42: Wir haben nämlich viele Felder die wir bearbeiten und wir sorgen uns natürlich immer um bessere Arbeitsbedingungen für Kunst und Kultur.
00:48:49: Und auch wenn auf landespolitischer Ebene man das so schön sagen kann, dass da viel Etat da ist gibt es dann ja auch sehr viele unterschiedliche Akteurinnen die darum sich bemühen was von dieser Förderung zu bekommen.
00:49:04: Ja ich glaube wir vergessen dabei eigentlich ein bisschen dass wir als kunstschaffende Räume ermöglichen wollen wo wir Erfahrungen mit Kunst und Kultur machen wollen.
00:49:14: Wir haben aber auch natürlich ein großes Interesse an Gesellschaft, aber wie werden die Gesellschaft jetzt nicht grundlegend verändern können?
00:49:21: Wir sind angetreten im Festival Osten da stand die AfD in Bitterfeld Wolfen bei zwölf Prozent und wir haben gedacht wir müssen jetzt mal was tun!
00:49:29: Jetzt sind wir in Bittelfeld Wolfen gut über stabil, über den Vierzigprozent.
00:49:33: Da würde ich sagen also wenn das unser Ziel war dann sind wir auf jeden Fall kläglich gescheitert.
00:49:38: Wenn ich aber dass nicht anlege als Wir müssen die Welt verändern und wir müssen wollen Dinge verändern Dann ist es glaube ich hilfreicher.
00:49:46: Wir sagen wir wollen diesen Raum offenhalten trotz aller Herausforderungen Und diese Begegnungsräume müssen wir ja, offen lassen.
00:49:56: Weil wir können es nicht zulassen dass wir am Ende nur Sommerfeste und Stadtfeste haben wo es Hüpfburgen gibt und Bratwurststände sondern wir brauchen da auch die Räume wo wir uns über bestimmte Themen unterhalten wie wir in Zukunft uns die Gesellschaft vorstellen und ich glaube dafür braucht man Kunst und Kultur Und das sollten wir dann nicht außer Acht lassen und uns nicht zu sehr in manche Kämpfe verhaken die auch wichtig sind.
00:50:21: aber Wir springen da, glaube ich oft auch über Stöcke die wir uns selbst hinhalten.
00:50:26: Dann danke ich dir nochmal!
00:50:28: Ich glaube das war auch ein sehr gutes Schlusswort so dass wir noch mal hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, noch einmal hoffmungsvoll reinschauen was ist denn eigentlich so ein ja... Was sind es für Aufgaben den wir uns eigentlich stellen?
00:50:41: Wofür machen wir das alles eigentlich?
00:50:43: Und ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wieder sehen oder an anderer Stelle.
00:50:48: Wir sind der viel auch noch unterwegs das wir beim CSD in Halle sind oder bei dem Bach festspielen oder in Berlin, oder irgendwo.
00:50:57: Ich war gestern auf dem Tamak – das war auch wieder sehr schön dort mit Leuten zusammen zu kommen und ich fand es auch spannend so im Techno-Bereich.
00:51:04: Eigentlich will man da ja mal der Realität entfliehen und trotzdem konnte man's nicht ganz!
00:51:08: Wir haben trotzdem auch viel diskutiert und trotzdem versuchst ihr diesen Abend auch zu genießen.
00:51:13: Das ist ein Festival nur für alle die es nicht kennen.
00:51:15: Danke, dass ihr hier war.
00:51:16: Danke, das ihr mit uns diskutiert habt.
00:51:18: Nächste Folge geht es weiter mit... Ja dann sind ja die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern rum.
00:51:23: Dann machen wir noch mal eine politische Runde und schauen zurück auf das Wahljahr, Jahr zwanzig, sechsundzwanzig.
00:51:29: Das ist wirklich ein packendes Jahr.
00:51:32: War, würde ich mal sagen, als das Eindruck hinterlässt Wir hatten ja schon viele Superwei-Jahre.
00:51:38: Könnte ich immer sagen Und dann freue ich mich auf die nächste Folge.
00:51:42: Ich wünsche euch noch viel Spaß, ich schaue mich jetzt auch noch ganz viel hier um und freue mich auf tolle Gespräche.
00:51:47: Bis dann!
00:51:48: Danke, dass ihr da wart.
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