Folge 61: Engagiert, aber nicht unverwundbar - Zivilgesellschaft in Ost und West
Shownotes
Quellen:
Neubauer Rücktritt: https://vorwaerts.de/parteileben/zu-viele-halten-den-mund-wie-landrat-neubauer-seinen-ruecktritt-begruendet
Gesellschaftliches Engagement DDR: https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47178/buergerschaftliches-engagement-und-zivilgesellschaftliche-organisationen-in-deutschland/
Weiterführende Links:
https://landlebtdoch.de/festivals/festival-2026-ankuendigung/
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00:00:00:
00:00:02: Ja, ich bin Witterfrau.
00:00:04: Ich bin eine Kämpfernatur.
00:00:06: Das heißt also ... Ich halt mit meiner Meinung nie vom Berg.
00:00:09: Also, ich war auf vielen Anti-Wind-Veranstaltungen gewesen.
00:00:12: Ich war sogar in Bad Lausig als einzige Windbefürworterin auf einer proklamierten Anti-Winddemo und hab das auch wirklich offenkund getan.
00:00:24: Mauer Echo Ost trifft West.
00:00:27: Für Geschichten die Grenzen überwinden Wir reißen Mauern ein Ein Podcast der Tats-Panterstiftung.
00:00:36: Moderiert von Dennis Schieponder.
00:00:41: Hallo und herzlich willkommen zu Mauer Echo Ost trifft, wer ist dem einheitspodcast der Tatz-Panterstiftungen?
00:00:46: Wir sind immer noch on Tour diese Woche!
00:00:49: Hört ihr uns aus Görlitz vom Überlandfestival?
00:00:52: Ich habe das vor ein paar Jahren entdeckt und ich bin mega begeistert.
00:00:56: Es ist ein Ort, wo sich ganz viel zivilgesellschaftliches Engagement aus Ostdeutschland trifft, wo man sich vernetzen kann, wo er seine Akkus auch wieder auftanken kann weil man unter seinesgleichen ist Leute die einfach stehen, die einen pushen, die... Wo man sich nochmal so zusammen tun kann und wo man sieht dass wir viele sind.
00:01:17: Wir arbeiten zusammen mit Denkwerk Ost.
00:01:20: Das ist eine Institution, die damals Dirk Neubauer mitgegründet hat der Landrat aus Mittel Sachsen, der sich ja damals zurückgezogen hat weil die Angriffe und die Blockierungen so stark an ihm gezählt haben dass er einfach nicht mehr konnte.
00:01:35: Und wir reden dann nämlich heute mit Felicitas und Ulrike.
00:01:40: Sie sind beide im Vorstand von Denkwerk Ost.
00:01:45: Sie erzählen uns, wie das eigentlich ist sich auf dem Land zu engagieren.
00:01:51: Beide haben Wossi-Perspektiven also kennen beide Seiten?
00:01:54: Wie ist es im Osten, wie ist es am Westen?
00:01:57: und wie ist das auch sich dort so engagieren wo man vielleicht mit einem linkeren grüneren Mindset nicht so auf offene Ohren
00:02:06: stößt.
00:02:07: Wie brennt man nicht aus in solchen Gegenden Und ich hab da sehr großen Respekt vor dem, was die dort leisten.
00:02:14: Also hört's euch gerne an!
00:02:17: Ich übergebe hier an der Stelle an meinen Praktikanten Kyliann, der diese Folge leiten wird und schreibt uns doch gerne mal in die Kommentare wie ihr Kylians ersten Podcast-Auftritt so fandet.
00:02:31: Ja
00:02:32: also ich find' die Folge ganz toll und ich wünsche euch viel Spaß beim Hören bis dann!
00:02:42: was Chibi sich hier notiert hatte, ist ihr kommt aus Ost und Westdeutschland.
00:02:46: Und engagiert euch heute gemeinsam bei Denkwerk Ost!
00:02:50: Was hat euch persönlich dorthin geführt?
00:02:53: Wann wurde aus dem anfänglichen Interesse vielleicht erstmal so echte Verantwortung?
00:03:01: Ja erst mal Hallo Kilian, schön dass wir das jetzt machen.
00:03:05: Ich bin dem Denkwerk Ost schon ein bisschen länger verbunden durch mein Mann Wolfgang, der vor anderthalb oder zwei Jahren in den Vorstand gewählt wurde.
00:03:17: Er war selber gar nicht so richtig anwesend in Persona und irgendwie hat das nicht so wirklich geklappt mit dem Vorstandswahl.
00:03:26: Und ich habe aber im Hintergrund immer die Vorstandstreffen.
00:03:31: per Zoom mitbekommen.
00:03:34: Und tatsächlich, also ich habe zwei Mitmachkongresse mitgemacht und auch eine Veranstaltung noch.
00:03:43: Aber gemerkt, da fehlt mir was.
00:03:45: Also es war für mich nicht ansprechend genug um zu sagen, da bin ich wirklich aktiv dabei.
00:03:53: Dann war's so dass der Dirk Neubauer Der Vorstandsvorsitzende war zu dem Zeitpunkt und den Verein überhaupt gegründet hat, dass der ja aus persönlichen Gründen einfach da kürzer treten wollte ohne Unterstützung suchte.
00:04:09: Und mir war wichtig, dass da auch eine Frau mit im Vorstand ist.
00:04:14: Und dann war ich gerade die einzige Frau, die da irgendwie da war und habe gesagt okay, ich wäre bereit mich zur Verfügung zu stellen Und ich würde aber gerne erst mal bei den Mitgliedern fragen in der Mitgliederversammlung.
00:04:29: Ja und da kam Ulrike dann ins Spiel, das kann sie gleich selber erzählen.
00:04:34: auf jeden Fall war es eigentlich so dass wir beide Türke unterstützen wollten und letztendlich ist eine weibliche Doppelspitze draus geworden.
00:04:43: Also ich bin auch dem Denkwerk mental schon längere Zeit gefolgt über den Dirk Neubauer, der quasi Gründervater des Denkwerks ist.
00:04:54: Sehr aktiv ist im sozialen Medien und überhaupt in den Medien.
00:05:01: man kennt ihn aus Talkshows.
00:05:04: Bekannteste Kommunalpolitiker Deutschlands.
00:05:07: Und ich bin immer so hinterher und hab gedacht, das ist sowas von vernünftig und sowas logisch was er macht.
00:05:13: Das muss man unterstützen.
00:05:15: So bin ich dann zum Denkwerk gekommen erst mal nur als Mitglied.
00:05:19: Wo springe ich euch mal gedacht?
00:05:20: Das klingt toll!
00:05:21: Was die machen.
00:05:22: aber was genau machen sie eigentlich?
00:05:26: hingegangen.
00:05:27: Wir sagten, ich gucke mir das jetzt an.
00:05:29: und dann kamen die Mitmachkongresse, die Felicitas schon angesprochen hat und das fand ich einfach absolut super so was mal zu machen und die Leute zusammenzubringen, die sich auf der Straße sonst gerne mal anschreien und dort bringen man sie zusammen und bringt es zum Reden und fährt das ganze Mal so zusammen.
00:05:48: Das fand ich klasse.
00:05:49: und dann ergab sich halt diese denkwürdige Vorstandswahl Und ich gesagt habe, ich bin bereit zu unterstützen und ich kann mir auch im Vorstand mitzumachen.
00:05:59: Das ging dann so aus wie Feli schon gesagt hat wir hatten auf einmal eine weibliche Doppelspitze und müssen uns jetzt einarbeiten.
00:06:07: also eigentlich sind wir noch ziemlich frischlinge was das angeht.
00:06:11: zumindestens was Denkwerk Ost angeht haben beide ja schon Erfahrungen an anderen Stellen gesammelt.
00:06:17: Wann war das ungefähr wenn ich fragen darf?
00:06:21: Am einunddreißigsten Mai, also wirklich.
00:06:24: Wir sind jetzt seit dieser Woche auch im Vereinsregister eingetragen.
00:06:30: Seit gestern?
00:06:31: Oh okay!
00:06:33: Alles klar.
00:06:34: Gratulation!
00:06:36: Wir konnten also auch noch nicht so viel machen, es gibt ja dann keinen Zugang ans Konto und all diese Dinge.
00:06:42: Man kann nirgendwo was unterschreiben solange wie man nicht eingetragen ist.
00:06:46: aber wir haben jetzt schon ganz viel Brainstorming gemacht und Planung gemacht und das wird schon...
00:06:54: Das Witzige ist dass nach der Vorstandswahl, wo Dirk eigentlich mit im Vorstand war Und er diese Idee mit dem Überlandfestival hier reingebracht hat.
00:07:05: Am Wolfgang und ich, dann am selben Abend noch die Anmeldung losgeschickt weil das Anmelteschluss war an dem ein dreißigsten Mai Und wir waren natürlich davon ausgegangen, dass Dirk mit uns dann hier ist und den Workshop auch hier federführend leitet.
00:07:22: Ja und dann ist er eine kurze Zeit später eben komplett aus dem Verein ausgetreten und wir waren dann erstmal so ein bisschen elternlos gefühlt und mussten erst mal gucken was haben wir dafür einen Verein übernommen?
00:07:34: So und kriegen wir das hin.
00:07:36: und tatsächlich wir haben jetzt im August nochmal ne Mitgliederversammlung gemacht nochmal einzelne Mitglieder motivieren können, mit uns zu schauen.
00:07:46: Und bei dieser Mitgliederversammlung wo es auch hätte drum gehen können den Verein aufzulösen haben wir wirklich uns so gegenseitig noch mal inspiriert wie wichtig einfach dieses Denkwerk Ost ist dass wir wirklich nochmal unsere Kräfte hier bündeln um die Demokratie hier zu stärken.
00:08:06: und ich komme ja ursprünglich aus dem Norden nicht aus dem besten.
00:08:10: Also ich bin Norddeutsche gebürtig und für mich ist das schon sehr schwer auszuhalten, jetzt hier so diese Strömung in Sachsen.
00:08:19: Und für mich isst jetzt sowas wie dieses Überlandfestival im echter Ort zum Auftanken und unser Denkwerk Ost-Auch Ja.
00:08:28: und deshalb ist es uns jetzt ein Anliegen auch diesen Mitmachkongress, den wir für den ein dreißigsten Oktober geplant haben.
00:08:35: Hier nochmal bekannt zu machen und da ganz viele zu motivieren mit uns neu zu denken.
00:08:41: also darum geht's tatsächlich.
00:08:44: Ihr hattet gerade schon einmal das Dirk Neubauer erwähnt.
00:08:47: Der neue Bauer Gründer des Denkwerk Ost- und ehemaliger Landrat von Mittel Sachsen habe ich hier stehen, sagt das ZF hat sich nach Anfeindungen bedrohnen und politischen Blockaden aus seinem Amt zurückgezogen.
00:09:00: Was hat dieser Schritt bei euch ausgelöst?
00:09:03: Verständnisernüchterung oder hat es euch noch mehr bestärkt weiterzumachen sozusagen?
00:09:10: Also ich wohne ja in Mittel Sachsen und kriege auch mit was da so passiert.
00:09:16: aber ich war entsetzt Wie krass das war.
00:09:19: Und ich war auch entsetzt, dass zum Beispiel die Presse das nicht so dargestellt hat und dass das wohl von vielen in der Allgemeinheit im politischen Geschäft, im Kreistag... von den angestammten Politikern mit dem Schulterzucken abgetan wurde.
00:09:42: Da haben Fackelumzüge vor seinem Wohnhaus stattgefunden und Autokorsi, seine Kinder wurden aufm Schulweg bedroht.
00:09:52: Gleichzeitig wurde er politisch komplett ausgebremst.
00:09:55: mit allen Ideen, die er hatte hinterherstellte sich dann hin und gesagt hat ja nichts bewegt, der hat nicht Zinn gekriegt weil sie es aktiv verhindert haben Und insofern habe ich das komplett verstanden, dass er dann die Notbremse gezogen hat.
00:10:13: Er macht halt jetzt auf anderen Ebenen weiter mit Energiewende und mit Demokratieförderung.
00:10:19: Das war für mich eher noch so ein Grund zu sagen ja jetzt muss sich erst recht unterstützen.
00:10:23: Ich hätte vorher vielleicht geholfen wenn ich geahnt hätte was da sich abspielt vor seinem Wohnhaus.
00:10:30: Wenn das bei meinen Nachbarn wäre, würde ich auch hingehen und mich davor stellen.
00:10:34: Egal ob ich denjenigen persönlich kenne oder nicht.
00:10:38: Aber offensichtlich sind die Nachbaren dort entspannter gewesen.
00:10:42: Die haben das so hingenommen.
00:10:43: also es hat niemand da eingegriffen offensichtlich.
00:10:47: Und insofern habe ich gesagt ja dass war das einzige was er tun konnte kann dich als einziger gegen die Windmühlen kämpfen und dann unterstütze ich eben an der Stelle wo er jetzt weiterkämpft.
00:11:00: Deswegen Denkwerk Ost.
00:11:02: Okay, also mich hatte schon extrem betroffen gemacht und die ganze Geschichte.
00:11:07: er war ja auch Bürgermeister von Augustusburg.
00:11:10: ich war total happy als Wossi sogenannte Wossival-Ossi dass wir so einen tollen Landrat da wählen konnten und dadurch das wir eben durch den Denkwerker Ost einfach persönlich einen Kontakt mit ihm hatten, haben wir das natürlich oder ich habe es mitbekommen.
00:11:29: Also er hat uns schon vorher erzählt bevor er zurückgetreten ist kurz bevor er zur Rückgetretenen ist dass er diesen Schritt machen will für mich absolut nahvollziehbar weil er sagt er kann einfach mit der AfD in den Gemeinderäten nicht mehr agieren weil die eben alles blockieren.
00:11:47: so das zeigt sich ja jetzt auch.
00:11:48: also es zeigt sich aber auch dass viele sich da anpassen in den Kommunal- und Gemeinde und Stadtreden.
00:11:56: Also, mich hat es zutiefst erschüttert auch natürlich jetzt die Geschichte mit seiner Frau, die dann sehr plötzlich verstorben ist, die ich extrem mochte und schätzte.
00:12:08: Die für mich wirklich so ein absoluter Lichtblick in diesen ganzen Geschehen war.
00:12:16: Ja, so wie Ulrike gesagt.
00:12:17: Es ist natürlich dann selbstverständlich dass in so einer Notsituation wir dann auch irgendwie im Beistehen wollten und das machen wir jetzt auch weiter.
00:12:28: Auch wenn er nicht mehr im Verein ist geht es letztendlich darum sein Werk auch weiter zu tragen.
00:12:36: Vielleicht ist er irgendwann wieder dabei.
00:12:38: Dann würde ich gerne noch weiter auf dieses gemeinsame Projekt Denkwerk Ost eingehen.
00:12:43: Das Denkwerkerst möchte Menschen in Politik zusammenbringen und demokratische Beteiligung stärken, erlebt die im Osten tatsächlich eine größere Distanz zwischen Bürgerinnen und Bürgern und den politischen Institutionen.
00:12:56: Ist das Teil des Selbstverständnisses?
00:12:58: Das Denkwerk Ost?
00:12:59: Ganz extrem!
00:13:01: Also ich muss sagen... Ich kenne das eben aus Nord-, West- und Süddeutschland nicht so.
00:13:06: Diese extreme Ablehnung von Politikerinnen und Politikern dass die so angefeindet werden.
00:13:15: Also es kann natürlich jetzt auch mit der Zeit zusammenhängen, weil ich bin ... im Jahr zwanzig-zwanzig quasi mit der Pandemie nach Sachsen gekommen.
00:13:22: Ich hab jetzt nicht mehr den Blick wie's in den anderen Bundesländern ist also kriegst du halt nur von Besuchen mit.
00:13:30: Also ich empfinde das hier in Sachsen extrem.
00:13:33: Das geht los mit Sprüchen von wirklich Menschen direktem Kontakt, die dann sagen Merkel an den Galgen oder so.
00:13:42: Da hört's bei mir einfach auf.
00:13:44: Also so was geht für mich gar nicht, also wir können alle unterschiedlicher Meinung sein und dann Diskurs unter Erwachsenen führen.
00:13:52: aber das mit der AfD ist wirklich einfach ... Mit den Freien Sachsen ist ja nochmal hier so ganz extrem wo ich sage dass es eine Umgangsform die kenne ich so überhaupt nicht.
00:14:03: Und Ich bin wirklich schon sehr lange also jahrzehntelang irgendwie außer parlamentarisch aktiv.
00:14:10: Das kenne ich so überhaupt nicht.
00:14:12: Also diese Gewaltform, die ich hier auch auf dem Land miterlebt habe, speziell auch in Waldheim, wo wir eine Gegenbewegung, die bunten Perlen gegründet haben da und aktiv waren jeden Montagabend um den einfachen Pe vorzusetzen was dann zu noch mehr Polarisierung und Spaltung geführt hat also das ist schon sehr hardcore ist für mich als echter Aktivistin sehr schwer auszuhalten.
00:14:40: ja Also ich merke, dass bei vielen Menschen da so Hemmschwellen fallen.
00:14:45: Die eben durch diese Verschiebung der – ich würde es mal freundlich – Kommunikationskultur nennen sich so ergibt.
00:14:54: also Menschen die früher einfach gar nichts gesagt hätten oder die auch einmal einfach gesagt hätten Ich verstehe davon nicht!
00:15:01: Also halte ich mich daraus.
00:15:03: Die wissen jetzt alles und alles besser Die lehnen auch Argumente komplett ab.
00:15:10: Also man kann weder von den Argumenten erwarten in irgendeiner Form, noch kann man mit Argumentem durchdringen und da wird nur noch gebrüllt und Gewalt angetrot.
00:15:21: Ja also du bist dumm.
00:15:23: auf ein klares Argument kommt.
00:15:25: ja du bist Dumm!
00:15:26: Und wenn du jetzt nicht gehst dann hau ich dir auf die Schnaute.
00:15:30: das sind Ohr-Töne die so fallen.
00:15:35: Also das ist schon erschreckend.
00:15:37: Ich meine gerade in den Kommunen, in den kleineren Gremien so Bereichen da geht es ja um Sacharbeit.
00:15:44: also ich bin in meiner Kommune auch nicht unbedingt mit dem Wahlergebnis einverstanden aber im letzten Endes machen die Sacharbeit und kümmern sich um Spielgeräte für den Kindergarten und irgendwas fürs Schwimmbad.
00:15:59: Und die Sportvereine, um den Straßenbau und solche Dinge.
00:16:03: Worum soll ich jetzt schreien?
00:16:05: Die gehören alle weggesperrt.
00:16:08: Im räundlichsten Fall gehören die ja alle weggesperrt.
00:16:11: Die sollen lieber arbeiten gehen.
00:16:13: Irgend so ein Brei, wo man mit Argumenten überhaupt nicht rankommt ... Was will man auf einen Nichtargument antworten?
00:16:21: Das ist wirklich unfasslich!
00:16:25: ist es uns auch so als Denkwerk Ost wichtig, da den Druck rauszunehmen und auf die Leute zuzugehen.
00:16:32: Und ja ins Gespräch zu kommen.
00:16:35: Man erreicht natürlich nicht alle aber man erreicht manche und was wir auch gemerkt haben Die Menschen die da sind in das Gespräch kommen die fungieren als Multiplikator Und das gibt uns so ein bisschen Hoffnung, dass wir eben wissen.
00:16:53: Wir haben einen Mitmachkongress und da sind vielleicht dreißig Leute aber wir erreichen nicht nur dreißige Leute.
00:17:00: Wir erreichen eben auch das Umfeld der Dreißig-Leute die dabei sind.
00:17:05: und es war auch ein Grund warum wir gesagt haben müssen unbedingt weiter machen weil wir in dieser ersten Mitgliederversammlung und Befragung gemerkt haben Das zieht ja Kreisel, die wir selber gar nicht gewusst haben.
00:17:19: Also einer von den Mitgliedern hat gesagt, nein, wir müssen weitermachen!
00:17:23: Weil ich bin aus dem Mitmachkongress rausgegangen mit der Überzeugung, ich kann was bewirken und ich will jetzt etwas
00:17:30: bewirkeln.".
00:17:31: Und er hat eine Bürgerinitiative gegründet in seinem Ort, die sich seitdem ... Ja, Mitmachtmontage?
00:17:41: Und seit, was nicht?
00:17:42: zwei Jahre oder ein Jahr oder anderthalb Jahre so.
00:17:45: Seitdem stellen die sich jeden Montag den Nazis in ihrem Ort entgegen, die dort ihre Demo machen und sind mittlerweile mehr als die ursprüngliche Demo und werden immer mehr... ...und das hat unser Mitmachkongress bewirkt!
00:18:01: Ja?
00:18:02: Und es ist so eine Motivation.
00:18:03: also mehr können wir gar nicht erwarten und ich hatte es total geflasht dass es so wirkt.
00:18:11: Und deswegen müssen wir weitermachen.
00:18:13: Ja, also ich habe gerade kürzlich den Spruch vom Dalai Lama, den ich sehr schätze gelesen.
00:18:20: Wenn du wissen möchtest so sinngemäß wie viel als Einzelner bewirken kannst dann erinnere dich wenn du mal mit einer Mücke im Raum geschlafen hast.
00:18:33: So, also so ein kleines Wesen kann so viel bewirken.
00:18:37: Nämlich uns den Nachtsschlaf rauben.
00:18:39: und wir können das Ganze auch umdrehen und sagen jeder einzelne von uns kann einfach unglaublich viel Positives bewirkt.
00:18:47: Wir müssen einfach nur den Schritt tun!
00:18:52: Und das machen Ulrike und ich gerade.
00:18:57: Das ist sehr schön zu hören.
00:18:58: Wir haben über die politische Entwicklung gesprochen, dass es leider auch nicht danach aussieht.
00:19:03: Dass es in der nächsten Zeit besser werden wird.
00:19:04: aber ihr tut was dagegen.
00:19:05: ich würde gerne noch mal zu euch zurückkommen individuell wenn ihr eure Erfahrungen vergleicht.
00:19:11: welche Rolle spielt denn dieses ehrenamtliche Engagement in eurer Kindheit und euer Jugend vielleicht?
00:19:17: Und was war in Ost- und Westdivers anders?
00:19:20: Da bin ich relativ schnell fertig.
00:19:22: Ich bin ein reines DDR-Kind Und bei uns hieß Ehrenamt, die jungen Pioniere und der FDJ.
00:19:31: Da war ich nicht so aktiv.
00:19:33: Ich habe immer in meinem Leben lang was mit Kultur gemacht, Musik oder Literatur.
00:19:39: Das war relativ unverfänglich.
00:19:42: Damit konnte man sich bewegen.
00:19:43: Ansonsten war da nichts.
00:19:46: Selbst Umweltgruppen waren schon wieder schief angeguckt.
00:19:51: Eigentlich nur unter dem Dach der Kirche sicher.
00:19:53: Oh, ein
00:19:55: ehrenamtliches Engagement habe ich ab einem Jahrhundert neunzehnundneinzig kennengelernt.
00:20:01: Und auch diese Erfahrung, dass ich als kleiner Mensch was bewirken kann, habe ich erst ab dem Jahrhundneunzehnten neunzig erfahren und seitdem dann in verschiedenen Stellen und Gremien gemacht.
00:20:15: Ich bin schon länger im Kulturverein.
00:20:19: Ja das sind meine Erfahrungen aber in Kindheit und Jugend?
00:20:22: Nein!
00:20:23: Ich bin also nicht vorgeprägt von den Eltern oder so.
00:20:26: Ja, bei mir ist tatsächlich das Gegenteil.
00:20:28: Das hängt aber auch mit meiner familiären Geschichte zusammen, weil meine Großeltern selber aus Sachsen vertrieben wurden nach dem Krieg.
00:20:36: Ziemlich bösartig und ich glaub, das prägt einfach die gesamte Lebensgeschichte.
00:20:43: Ich hab's sogar in der Schulzeit schon angefangen irgendwie mich nach eigener Betroffenheit um Mitschülerinnen zu kümmern, und glücklich gefühlt haben in der Schule.
00:20:55: Ich habe meine Sommerferien im französischen Behindertenheim verbracht oder im Service Civil International mit Geflüchteten in Mannheim irgendwie Straßentheater gemacht, also ich glaube ... ich hab das einfach in den Genen, ne?
00:21:10: Also ich glaub es ist auch kein typischer Weg einer Jugendlichen.
00:21:15: da bin ich glaube ich auch eher wirklich die Ausnahme.
00:21:19: Ich war als junge Schwestern-Schülerin bei Amnesty International im Bonn.
00:21:26: Und da habe ich mich dann irgendwann beim BOND in Bayern, habe ich Kindergruppen geleitet... Also ich hab eine ganze Liste von Herrn Gentler.
00:21:35: Viele Erfahrungen
00:21:35: gesammelt!
00:21:36: Also nachher denn in der Waldorfschule irgendwie jedes Ehrenamt mitgenommen.
00:21:42: was es gab ist zur älter Vertreterin der Schule.
00:21:46: Also für mich ist es gar nicht anders vorstellbar.
00:21:50: Da muss ich auch gar nicht drüber nachdenken oder muss mich niemand fragen und bitten, das ist eher so das Gegenteil.
00:21:56: Ich muss gucken, dass ich mich zurückhalte.
00:22:00: Dass ich mir nicht zu viel aufheise... Aber also ich habe einfach schon so viel erlebt was ich als Einzelne bewirken kann.
00:22:08: Das krasseste Beispiel war einfach siebenundzwanzig Hektar Acker zurückgekauft in der Nähe von Leipzig, um sie vor den Landgrabbern zu schützen und damit einfach was Cooles zu machen.
00:22:23: Also vor allem sollte es biologisch angebaut sein und habe darüber die solidarische Landwirtschaft kennengelernt dass in Sachsen einfach da noch eine entsteht.
00:22:34: Es gibt ja schon zahlreiche in Leipzig, wir haben zu dem Zeitpunkt noch in Niedersachsen gewohnt und dann habe ich einfach zu meinem Mann gesagt, ja komm lass uns jetzt hier vor Ort schon mal eine gründen!
00:22:46: Und das haben wir tatsächlich gemacht.
00:22:47: Wir haben uns im Januar zwei Tausend Fünfzehn war es glaube ich, haben wir uns einfach in unserem damaligen Wohnort beim Heimatort Bräuze hingestellt haben da alle Biobauern eingeladen und es kam zwei.
00:23:01: Und der eine, den ich gar nicht auf dem Schirm hatte weil er ne Rinderzucht hat, der hat gesagt ja er kann sich vorstellen uns zwei Hektar zur Verfügung zu stellen und daraus ist inzwischen ein riesen Projekt geworden.
00:23:14: Also, es gibt bis nach Hamburg.
00:23:16: Wir haben über tausend Menschen beliefert ... Wow!
00:23:19: Also wir sind jetzt selber nicht mehr dabei, weil wir in Sachsen wohnen, aber das ist einfach ... Es lebt immer noch sehr erfolgreich.
00:23:26: und ich mach' das jetzt nicht um mich irgendwie zu beweihräuchern, sondern ich nehm dieses Beispiel immer gerne, um zu zeigen, ein, zwei Menschen können so viel bewirken wenn sie's machen, wenn sie es tun, wenn Sie eine Idee haben und dafür brennen ja?
00:23:41: Und also Ich hab dafür gebrannt.
00:23:45: Die Idee hat mich so fasziniert, solidarische Landwirtschaft.
00:23:49: Das ist genau das was es braucht.
00:23:51: also wir brauchen Solidarität in Krisenzeiten und Notzeiten im Krieg.
00:23:56: Was trägt uns die Solidargemeinschaft?
00:23:59: Und ich habe da noch viel mehr Beispiele aber dann bräuchte es ein eigenem Podcast.
00:24:05: Vielleicht
00:24:06: entsteht das ja daraus!
00:24:09: Ja aber super interessant zu hören auch aus wie unterschiedlichen Kontexten ihr kommt Und wie viel Erfahrung da schon gebündelt bei euch gesammelt wurde.
00:24:17: Ihr seid hier, ihr seid aktiver denier?
00:24:20: Was würdet ihr denn sagen was heute ihren Amt bedeutet?
00:24:22: ist das einfach politisches Engagement sozusagen.
00:24:25: es ist irgendwie eine freiwillige Gemeinschaftsarbeit oder dass es manchmal sogar Ersatz für ein Staat der sich in weiten Teilen fast schon zurückgezogen hat.
00:24:34: Du hast glaube ich alles schon angesprochen.
00:24:36: Es wird ja gerne so über diese NGO geschimpft, so ich immer denke Leute Ah, wo ist NGO?
00:24:44: Die freiwilligen Feuerwehren sind NGO.
00:24:47: Alles staatliche Aufgaben aus denen der Staat sich zurückzieht oder teilweise zurück zieht und wo es ohne das bürgerschaftliche Engagement überhaupt nicht funktionieren würde.
00:24:59: Wo der Staat nicht funktioniere und die Gesellschaft nicht mehr funktionieren wird.
00:25:04: Und dann gibt's so einmal diese ... Grundbedürfnisse, die dort gesichert werden.
00:25:09: Meine freiwillige Feuerwehr sieht jeder ein und brauchen wir.
00:25:12: Da habe ich noch keinen getroffen der das bestritten hätte, dass man eine Feuerwehr braucht.
00:25:18: Schwieriger wird es dann bei den sogenannten freiwilligen Aufgaben wie Kultur, Kunst, Demokratiebildung.
00:25:25: da gehen die Meinungen schon auseinander ob wir sowas brauchen Aber wir merken ja, dass das der Kit der Gesellschaft ist.
00:25:32: Weil nur für Essen schlafen arbeiten lohnt sich's Leben auch nicht und da erfährt man noch keinen Zusammenhalt in der Gesellschaft.
00:25:41: dazu brauchen wir eben dieses Meer.
00:25:45: Ich habe schon gesagt, ich bin in einem Kulturverein in der Sächsischen Mozart-Gesellschaft.
00:25:50: Wo auch mal ein Spinner angefangen hat was anzuschieben und das ist ein Riesenprojekt jetzt über dreißig in den glaube ich schon über vierzig Jahre mittlerweile Und die machen richtig große Veranstaltungen.
00:26:04: Nagen trotzdem immer zu am Hungertuch, trotz der großen gesellschaftlichen Anerkennung wo die Politik auch immer brav Beifall klatscht.
00:26:11: aber es wird trotzdem um jeden Cent gestritten und gerungen.
00:26:15: Und da merke ich aber, wie wichtig das für die Menschen ist.
00:26:19: Die immer wieder kommen und zum Glück auch gerne spenden und sagen hier sehe ich, dass mein Geld sinnvoll angewandt wird und an der richtigen Stelle ankommt.
00:26:30: Ich sehe was das mit jungen Menschen macht wo halt irgendwelche siebenjährigen People irgendwann mal mit ihrer Kindergeige angetreten sind um im Kinderangsamble zu spielen.
00:26:43: Manche nicht, aber manche eben doch Musik studiert haben und vielleicht selber unterrichten oder heute Konzerte geben.
00:26:50: Und da sind Freundschaften entstanden.
00:26:53: Meine eigene Tochter hat eine Band.
00:26:55: Da sind drei von vier aus diesem Kinder-Angsambe...
00:26:59: Wie heißt die ihre Band wenn ich fragen
00:27:00: darf?
00:27:01: Jetberry.
00:27:02: Ja ein Chemnitz, eine Band!
00:27:04: Und da entwickelt sich so viel draus.
00:27:08: Das fasziniert mich.
00:27:09: dieses Machen, selbst wenn man eine ganz kleine Veranstaltung macht.
00:27:12: Da kommen Leute aus verschiedensten Bereichen, die da aufeinander treffen... Und meistens geht es gut, einfach weil die sich wohlfühlen.
00:27:21: Die haben Spaß zusammen.
00:27:22: Die essen, die trinken, die hören Musik... ...die tanzen.
00:27:25: vielleicht ist das immer ganz toll.
00:27:27: wenn dann Leute spontan auf der Straße tango-tanzen würde ich dann mal denke ja genau so muss gesellschaft funktionieren.
00:27:34: und dafür machen wir da und dass ist die seite wo dann noch alle sagen na schön ist es schon.
00:27:42: Und dann gibt's noch die Sachen, für die man echt Mut haben muss.
00:27:45: Weil da nicht alle begeistert sind so wie wir das jetzt machen mit der Demokratiefahrerung und Bildung.
00:27:52: Wo ich sage ja es braucht Mut aber es ist genauso wichtig wie dass was alle anderen Föhn finden oder so wichtig wie die Feuerwehr.
00:28:02: Aber es lohnt sich den Mut aufzubringen.
00:28:05: Ja ich möchte noch ergänzen also ich glaube Ehrenamt Was der Name ja sagt, was uns Ehre einbringen.
00:28:11: Das andere machen wir zum Gelderwerb, das ich super, super schade finde und bedauere.
00:28:17: Ich habe meinen Kindern mal mitgegeben, guckt, dass ihr einen Beruf macht, der euch wirklich Freude macht oder Spaß macht.
00:28:25: Und die Erfahrung zeigt ja, dass gerade die Ehrenämter das sind, was einem in der Regel Spaß macht.
00:28:31: also wo wir auch Anerkennung bekommen im Job letztes Jahr oft zu wünschen übrig.
00:28:38: Da ist ja diese Anerkennungskultur wird jetzt besser, sag ich mal ... Das war ja früher eher weniger vertreten und bei den Ehrenämtern haben wir die Möglichkeit, wirklich mal frei und kreativ zu gestalten.
00:28:51: Ohne dass uns jemand irgendwie reglementiert oder vorschreibt das tun wir dann eher selber.
00:28:57: Wir haben so viele Gestaltungsmöglichkeiten und ich bin ja ein totaler Fan von... also wenn es nach mir ginge wird die ganze Gesellschaft nur so funktionieren.
00:29:07: Jeder macht wirklich das was wo er für brennt.
00:29:11: Ja, also schon die Kinder.
00:29:12: Ich find ja irgendwie so ... ich bin auch eine große Befürworterin von freien demokratischen Schulen.
00:29:18: Also ich wünsch mir wirklich, dass die Kinder viel mehr Freiheiten haben in der Bildung.
00:29:23: dieses ganze Schulwesen ist für mich absolut redurbierungsbedürftig!
00:29:29: Ja... Also Ehrenamt finde ich dann auch was ganz Wesentliches und Wichtiges für die gesamte Gesellschaft.
00:29:37: Wenn man da genau hinschaut es geht ohne das gar nicht.
00:29:40: Auf jeden Fall, genau der Kita-Gesellschaft wie du vorhin schon erwähnt hattest Ulrike.
00:29:46: Wir sprechen ja nicht nur über den Gegensatz zwischen Ost und West sondern oft auch über den gegenseit zwischen urbanen ländlichen Räumen.
00:29:54: Wenn wir gerade schon beim Ehrenamt sind, beim Engagement, wie ist es denn sich als linke oder progressive Person im ländlichem Raum zu engagieren?
00:30:05: wo auch politische Positionen schnell mit der eigenen Person verbunden werden, weil es ja irgendwie viel schwerer ist, sich anonym zu bewegen als jetzt in einer Großstadt.
00:30:13: Also ich kann jetzt die West- und Ostperspektive reinbringen?
00:30:17: Ja.
00:30:17: Wobei ich dieses Wort West eigentlich gar nicht richtig finde, ne?
00:30:21: Weil wir haben wirklich vier Himmelsrichtungen.
00:30:23: also ich komme aus Norddeutschland, habe zwar auch in West-und Süddeutschen schon gelebt Und meine Heimat ist eben Norddeutschland und ich hab dort die Diskrepanz nicht so stark empfunden.
00:30:36: Ich hatte dann natürlich auch meine Bubble, ne?
00:30:38: So ... Aber jetzt da in der Nordheide war das irgendwie nie ein Thema.
00:30:44: Wir hatten auch Rechte!
00:30:46: Aber die haben wir echt ganz schnell ins Jenseits befördert nämlich... Die sind dann hierher gekommen.
00:30:54: Und der Unterschied ist hier dass hier die Rechten wirklich mit offenen Armen aufgenommen werden.
00:31:00: Und das ist einfach, was mich total fassungslos macht und insofern ich bin jetzt hier wirklich nicht nur gefühlt in der Minderheit sondern auch wirklich in der minderheit und das macht es sehr, sehr anstrengend.
00:31:15: also Ich muss mir wirklich die Menschen suchen wo ich mich wohl fühle.
00:31:20: Also das war auch sonst schon so.
00:31:23: Aber hier ist es für mich vielleicht auch altersbedinglich.
00:31:26: Ich bin keine zwanzig und fünfundzwanzig mehr.
00:31:29: Das macht natürlich auch schon einen Unterschied, aber es streckt mich schon auf jeden Fall sehr viel mehr an.
00:31:35: Und umso dankbarer bin ich natürlich für solche Formate wie hier dieses Überlandfestival.
00:31:42: Dass das das gibt weil das absolute Energietankstelle ist
00:31:45: schön.
00:31:46: Ja also ich wohne ja so richtig auf dem Dorf Aber ich bin dort zugezogen.
00:31:50: Ich werde dort auch mein Leben lang zugezogen bleiben, also ich werde nach sechzig Jahren immer noch die Zugezogene sein, das ist da so und bin da ein bisschen außen vor.
00:32:00: Also ich kenne da persönlich die Leute, die ihre Kinder im selben Kindergarten hatten, die Leute rings rum dienen Hund haben weil ich auch einen Hund habe Die Leute, die unmittelbar um mich rumwohnen.
00:32:13: Und dann hört's aber eben schon auf und ... Man grüßt sich ja, aber mehr auch nicht.
00:32:18: Ich sortiere dann aus, wenn die mich da mit gestreckten Armen und ha-ha begrüßen, weiß ich, mit denen muss ich nicht reden?
00:32:26: Krass!
00:32:27: Ja das machen sie so.
00:32:29: Das ist ... Brauchtum.
00:32:32: Das is' da so.
00:32:33: Crazy... Aber ich weiß auch, die sind nicht alle so.
00:32:38: Es gibt bei uns im Ort eine Facebookgruppe die eben dafür zuständig ist, dass man zu viel geerntete Zucchini unter die Leute bringen kann.
00:32:47: Pflanzen tauschen das Kinderfahrrad verkaufen und Straßensperrungen mitteilen.
00:32:52: für so was ist diese Facebook-Gruppe gut?
00:32:55: Und da haben wir dann gelegenlich natürlich auch solche rechten Auswüchse, die zur irgendwelchen Veranstaltung einladen oder irgendwelche schrägenden Kommentare abgeben.
00:33:04: also wir hatten mal den Fall, dass einer Schwibbogen mit deutlich nazistischen Symbolen im Fenster stehen hatte.
00:33:12: Und den hat auch tatsächlich ein Nachbar angezeigt, habe ich so erst gedacht.
00:33:17: Stabiler Nachbar
00:33:19: sind nicht
00:33:19: alles so.
00:33:20: Dann gab es eine Diskussion der Arme und wenn das jetzt vielleicht ein Erbstück vom Opa war dann hatten die da auch Gefühle für diesen Schwib-Bogen
00:33:28: und haben sich
00:33:29: so viele Leute aus unserem Ort auch tatsächlich deutlich positioniert.
00:33:35: Ich dachte, das ist nicht alles verloren hier im Ort.
00:33:38: Man muss die Leute finden ... Wahrscheinlich find ich sie nicht.
00:33:41: Ich hab kein Kind mehr im Kindergarten und man kriegt da schwere den Zugang.
00:33:48: Und vielleicht bleibt es auch so.
00:33:51: Ich komm also mit den Leuten, die um mich rumbuhren, klar bis auf einen der halt auch ... Freien Sachsen, bei sich aus in Eingehen hat und mit dem red ich halt dann nicht.
00:34:01: Es ist da kein Zweck also ... Wir hatten einmal einen Hakenkreuz in der Autotür geritzt.
00:34:07: Mein Auto steht nach wie vor draußen, ich hab keine Garage.
00:34:10: Ich kann mir das nicht leisten, mit denen zu diskutieren.
00:34:13: Ich werde dir auch nie im Leben überzeugen.
00:34:16: Aber ... ich mach halt mein Ding und ... Versuche, gegen zu halten.
00:34:22: Also wenn beim Bäcker wieder blöde Sprüche kommen reicht es ja manchmal schon zu sagen das sehe ich aber anders.
00:34:30: und wenn dann die Person die da rumdenkt hat keinen Zuspruch bekommt ist in vielen Fällen auch so verschluss mit der Hetzerei.
00:34:37: Da reicht manchmal der eine Satz und dann muss ich mich nicht auf umfangreiche Diskussionen einlassen.
00:34:44: Aber ich weiß genau wenn ich mich jetzt outen würde dass bestimmte Leute in der Nachbarschaft geben, die mir das Leben schwer machen wollen mit aller Gewalt.
00:34:54: Aber es gibt eben zum Glück auch die anderen.
00:34:56: Ja ...
00:34:58: Im Dorf, also Waldheim ist ja auch ein Dorf und da ist das schon anders als in Leipzig oder Dresden wo du jetzt vielleicht deinen Umfeld hast aber wo du auch Menschen ausweichen kannst ganz gezielt Das hast du ja hier nicht.
00:35:15: Also ich habe zum Beispiel ein Zeit lang im Kantorei Chor, also im Kirchenchor gesungen und dann hatten wir Weihnachtsfeier und dann war da eine Ü-Achtzigjährige die dann Hitler glorifiziert hat und ich hab nur da gesessen!
00:35:32: Ich war einfach nur sprachlos ne?
00:35:35: Ich hatte eine halb-jüdische Großmutter, ich habe auch jüdisches Blut in meinen Ardern fließen.
00:35:40: Aber davon abgesehen ging für mich gar nicht.
00:35:43: und dann hatten wir seitdem wir in Waldheim wohnen.
00:35:48: Seit Jahrzehnte im jeden Montagabend diese Montagsspaziergänger vor unserem Haus Krölen langlaufen.
00:35:55: Wir sind das Volk und die Guten.
00:35:58: Da lief eben auch einer aus dem ... Kantorei-Kur mit, also die ich auch eigentlich sehr gern mag.
00:36:05: Also das sind eben nicht nur die Bösen oder die Dummen, sondern es sind wirklich auch Menschen, mit denen du persönlich zu tun hast und die du kennst.
00:36:14: Und für die echten Waltherberinnen war das natürlich noch viel krasser weil sie kennen sich von der Wiege an und dann laufen die einen auf der einen Seite oder stehen auf dem Markt auf der ein Seite und die anderen stehen auf der Anderen und dazwischen ist eine Hundertschaft Polizei Und du siehst die Leute, natürlich.
00:36:32: Du erkennst sie und das ist schon sehr komisch alles irgendwie.
00:36:39: Sonst wäre ich ja auch nicht hier.
00:36:41: Ich meine, ich wär sonst schon längst weg aus Sachsen aber ich versuch da immer noch eine Lösung für mich persönlich zu finden weil ich denke wie kriegen wir diese Brücke wieder zueinander?
00:36:51: Das muss irgendwie möglich sein!
00:36:53: Danke dass ihr dieser Erfahrung teilt überhaupt.
00:36:55: also ich kann mir nicht vorstellen dass es viele Menschen gibt mit sich diese Resilienz und Stärke tragen, um damit umgehen zu können.
00:37:02: Trotzdem nach vorne zu schauen und weiterzumachen – das ist sehr inspirierend!
00:37:06: Und ich stehe dir auch dazu.
00:37:08: Gibt es aber Situationen in denen ihr eure politische Haltung lieber nicht offen gezeigt habt oder in denen jetzt nicht zeigen würdet?
00:37:16: Irgendwie Aussorge vor Konflikten, Ausgrenzung, Konsequenzen?
00:37:21: Doch also ich würde schon... sagen, also persönliche Sicherheit geht vor und ich brauche mich nicht in den Pulk von fünfzig betrunkenen Rechten zu stellen und denen irgendwas über die Energiewende erzählen.
00:37:34: Das mache ich einfach nicht weil das ist völlig sinnlos.
00:37:37: Das versaut mir gerade auf dem Dorf.
00:37:40: wenn ich mich jetzt zum Beispiel beim Feuerwehrfest hinstellen würde dann alle einen in der Krone haben und würde da eine Diskussion anfangen weiß ich Ich kann da wegziehen, ich kann mein Haus verkaufen.
00:37:51: Weil dort kriege ich nie wieder am Fuß auf den Boden vor allem wenn die dann aufgeheizt sind und ich gehe da eben nicht hin fertig.
00:38:00: Ich grüße die Leute auf der Straße aber ansonsten mit denen nichts zu tun weil ich weiß ich kann an dieser Stelle auch wirklich nichts bewirken überhaupt gar nichts!
00:38:09: Ich versuche das dann wirklich im Einzelgespräch zugänglich sind oder eben mal einfach eine Grenze zu setzen, wo ich sage, sehe ich anders.
00:38:18: Da können auch zehn Leute dabei sein.
00:38:21: Aber da sind Situationen, wo Ich denke die kriege ich noch beherrscht.
00:38:25: damit kann ich umgehen aber ich muss mich nicht den Raubtieren zum Fraß vorwerfen weil es auch nichts bringt.
00:38:32: also wenn's irgendwas bringen würde ja gerne.
00:38:34: aber ich weiß das kann ich einschätzen dass bringt nichts.
00:38:38: das bringt überhaupt niemandem was.
00:38:40: und damit ist der Sache nichts getan.
00:38:42: Schluss.
00:38:44: Mache ich nicht!
00:38:45: Okay,
00:38:45: ja... Ja also ich bin Witterfrau.
00:38:48: Ich bin eine Kämpfernatur.
00:38:50: Das heißt also ich halt mit meiner Meinung nie vom Berg.
00:38:53: Also ich bin auf vielen Anti-Wind Veranstaltungen gewesen.
00:38:56: Ich war sogar im Bad Lausig als einzige Windbefürworterin auf einer proklamierten Anti-Winddemo und hab das auch wirklich offen kund getan.
00:39:06: Also wir noch angesprochen wurden was sich hier mache und sage ich ja genau deshalb bin ich hier damit ihr wisst Es gibt auch Menschen, die dafür sind.
00:39:15: Das ist mir schon ein Herzensanliegen und das ist auch immer wieder wo ich sage, auch ich als Einzelne egal... Ich weiß ja gar nicht was für eine Wirkung habe!
00:39:23: Das kann ich gar nicht einschätzen.
00:39:26: Und wenn ich irgendwie von dem Rechten da glöd angemacht werde dann mache ich halt zurück.
00:39:30: also da kenne ich gar nichts.
00:39:32: Sorry, da hab' ich... Natürlich, ich geb mich jetzt auch nicht in körperliche oder lebensgefahrene.
00:39:39: Wenn da irgendwie so ein Mob losgeht ... Das würde ich auch nicht machen, aber deutlich meine Meinung zu sagen.
00:39:46: Dafür bin ich vielleicht zu westlich sozialisiert und bei dieser Begrifflichkeit zu bleiben, dass sich einfach im Niedersachsen von der Schule her so sozialisiert wurde den Mund aufzumachen.
00:39:58: Nicht mit meiner Meinung hinterm Berg zu halten.
00:40:02: Wir es tatsächlich auch nicht mussten.
00:40:05: Ich hab ja die DDR nur von der anderen Seite aus der verwandten Perspektive miterlebt, aber nie wirklich direkt diese Angst ausstehen müssen meine Meinung offen Kuhn zu tun das habe ich eben nicht erlebt.
00:40:17: Ich glaube dass ist schon ein ganz wesentlicher Unterschied für mich jetzt gegenüber dir, die das auch mit erlebt hat.
00:40:24: also ich kann das auch absolut nachfühlen.
00:40:27: in gewisser Weise?
00:40:29: Ja, auf jeden Fall.
00:40:30: Es kann ja stärker bedeuten eben so dagegen zu halten.
00:40:33: genauso gut kannst du auch stärk bedeuten den Moment zu erkennen wann man stärker einsetzen sollte wenn man dagegen hält.
00:40:39: und war nicht Ob man das jetzt in dem moment tut oder nicht sei er dahin gestellt aber es wird ja trotzdem seine Spuren hinterlassen.
00:40:47: nehme ich jetzt mal an wie zeigt sich denn Verschleiß im Ehrenamt konkret?
00:40:53: Es kann anfangen von Müdigkeit und Frustration Muss man auch aufpassen, dass es irgendwann nicht in Zynismus übergeht.
00:40:59: Dass man diesen Konflikt den man außen austrägt mit ins private Umfeld mitträgt?
00:41:05: Ja, so kann ich ganz klar sagen ja da muss ich sehr aufpassen.
00:41:10: also ich merke tatsächlich einen körperlichen Schmerzen bei mir macht sich das richtig körperlich bemerkbar und deshalb brauche ich auch wirklich Energie-Tangstellen mit Menschen im Umfeld wo ich mich wohlfühle wo ich mich nicht irgendwie rechtfertigen muss, wo ich nicht kämpfen muss.
00:41:29: Das brauche ich ganz klar und das ist glaube ich für jeden ehrenamtlich aktiven also gerade in so einem Konfliktbereich auch ganz wesentlich sich da nicht dauerhaft aufzureimen.
00:41:39: Also es braucht einfach auch Erfolgserlebnisse die braucht's auf jeden Fall sonst wird das Ganze sinnfrei.
00:41:46: wenn ich das Gefühl habe Ich mach und tu Da passieren dann eben so schlimme Sachen wie jetzt mit dem Direkt Neubauer.
00:41:53: Das ist schon ein krasses Erlebnis, das ist jetzt eine extremen Beispiel und es ist nicht das einzige was wir in Sachsen haben.
00:41:59: und also gute Pflege und Sorge um sich selber die braucht's auf jeden Fall.
00:42:05: bei mir ist auch so dass ich das Ehrenamtliche ja auch als Ausgleich für den Druck im Beruf.
00:42:14: Sehr für mich, dass ist das was Feli schon gesagt hat.
00:42:17: Dass man sich das suchen muss, was man gerne tut.
00:42:20: und ich habe lange Zeit wirklich ganz hart gearbeitet.
00:42:24: also ich hab meinen Beruf eigentlich nur noch mit Beta-Blockhorn überlebt.
00:42:28: Und alles was ich daneben gemacht habe, wo alle gesagt haben bist du bekloppt ja noch etwas aufzuladen.
00:42:33: Da hab ich gesagt nein ich muss einfach auch mal was anderes haben und mit anderen Menschen über schöne Dinge reden.
00:42:40: Ich brauche das einfach und klar ich könnte den ganzen Sonntag schlafen aber das würde mir mental nicht weiterhelfen Und deswegen gehe ich raus und mache mal noch was Schönes.
00:42:51: So empfinde ich das jetzt auch im Denkwerk, dass es einfach so tolle Leute sind, die da zusammengekommen sind... ...die mir unheimlich viel geben und mich motivieren.
00:43:01: Ich denke schon dafür lohnt sich das!
00:43:03: Das ist sozusagen selbst belohnen diese Tätigkeit.
00:43:09: Wo man sehr aufpassen muss, ist halt das Zumöbende.
00:43:12: Das ist manchmal gar nicht das Inhaltliche Sondern ich kenne es auch aus dem anderen Verein, wo ich bin so das ganze Drumrum um den Inhalt überhaupt drüberbringen zu können.
00:43:22: Also Thema Finanzierung Förderbeantragung.
00:43:25: Das ist ja so aufreibend dieses ganze Geschäft da drum rum und Ich habe einen schönen Spruch gehört im Erzgebirge.
00:43:35: Wir sind ein ganzen Tag mit Holzhacken beschäftigt dass man nicht dazu kommt die Achse zu schärfen Und das ist zum Teil das, was Vereine dann auch machen.
00:43:43: Indem sie halt wirklich völlig überrannt sind von dem, was sie an Bürokratie und sonstigen Zeugs noch bewältigen müssen um überhaupt die eigentliche Arbeit tun zu dürfen.
00:43:55: Da muss man sehr aufpassen.
00:43:57: also wir sind ja jetzt gerade mit einem Denkwerk so in der Anfangsphase wenn.
00:44:01: ich habe jetzt versucht mich da mal reinzuarbeiten.
00:44:04: bisher haben wir immer alles selber privat finanziert aber es geht auf die Dauer nicht.
00:44:10: Wir müssen also auch an die Fördergelder.
00:44:12: Es gibt ja Förderprogramme, aber dann gibt es was weiß ich fünf verschiedene Fördermittelgeber.
00:44:19: Die haben fünf verschiedeneförderprogrammen mit fünfmal verschiedenen Anforderungen, mit fünf verschiedenen Formularen und mit verschiedenen Fristen.
00:44:28: Das ist ein guter Grund, wahnsinnig zu werden.
00:44:30: Eigentlich bräuchte man eine Person, die ganzen Tag nichts anderes macht und haben wir aber nicht die eine Person.
00:44:36: Wir brauchen alle, die wir haben, die ganze Manpower für das was wir eigentlich tun.
00:44:42: Ich finde da muss man sehr aufpassen, dass man sich da nicht in den Wahnsinn treibt und sich die Kraft wegnimmt für die eigentliche Arbeit.
00:44:50: Da muss man aufpassen Wie neu einsteigen kann man eigentlich.
00:44:58: Versuchen zumindest, das strukturiert zu tun ohne dass wir dran kaputt gehen.
00:45:02: Da bin ich gespannt ob wir uns vielleicht in zwei Jahren wiedersehen und dann mal sagen können ob es geklappt hat oder nicht.
00:45:09: Ja hoffentlich!
00:45:10: Also was ich auch ganz bemerkenswert finde ist einfach jetzt auch bei unserem Vorstand oder jetzt auch den Mitgliedern die dazugekommen sind.
00:45:18: also wenn einer durchhängt und sagt kann grad nicht mehr ne?
00:45:22: Dann gibt's immer irgendjemand der gerade die Kraft hat irgendwie weiterzumachen.
00:45:27: auch mit Ulrike in der Doppelspitze ist es auch schön, weil wenn du alleine die Verantwortung trägst ja dann denkst du das ist so echt ein schwerer Rucksack und so kannst du wirklich mal sagen ich packs grad nicht.
00:45:39: Kannst du übernehmen?
00:45:40: Und das klappt relativ gut finde ich einfach so dass in so einer Gemeinschaft immer irgendjemand da ist der es auffangen kann.
00:45:47: also es muss nicht jeder zu allen Zeiten gleich gut top drauf sein und das ist einfach eine wichtige Erfahrung.
00:45:54: das wird uns nicht allein stemmen müssen
00:45:57: Genau, was niemand alleine schaffen kann.
00:45:58: Ich finde das ist schon ein sehr schöner Abschluss.
00:46:01: Ich würde euch gerne noch eine letzte Frage stellen um auch so ein bisschen eine Zukunftsperspektive aufzumachen.
00:46:08: Was müsste sich ändern damit Menschen wie ihr in Ostdeutschland nicht nur mutig anfangen sondern auch langfristig bleiben und sich engagieren können?
00:46:17: Wer trägt dafür die Verantwortung?
00:46:20: sozusagen
00:46:21: Eine schwere Frage, weil es gibt ja nicht den Einzelnen der die Verantwortung trägt.
00:46:27: Weil die Gesellschaft ist für die Gesellschaft selber zuständig und verantwortlich.
00:46:32: Wir können anschieben und wir sind ja zum Glück nicht nur wir zwei und das Denkwerk Ost.
00:46:39: Wie wir hier in Görlitz sehen können auf dem Überlandfest, aber da sind wir doch ganz viele.
00:46:44: Ich bin immer total fasziniert, wenn ich wieder irgendwo so eine Initiative sehe die was macht und die Menschen zusammenbringt.
00:46:52: Und da gibt es wirklich wahnsinnig viele vom gemeinschaftlichen Backen bis zur solidarischen Landwirtschaft für Kinderhäuser und Köre und was weiß ich?
00:47:04: Das sind alles Dinge, die der Gesellschaft gut tun und die die Gesellschaft zusammenhalten.
00:47:13: Ich denke schon, dass sie das schaffen.
00:47:15: Es gibt mal schlechte Phasen aber ich bin da ganz optimistisch, dass es irgendwann besser wird.
00:47:20: Wir haben in der Schule ... Ich habe ja noch richtig DDR-Schule gehabt und wir haben die Dialektik gelernt und es geht immer hoch und runter und es gibt Phasens... Ja!
00:47:31: Ich bin fest überzeugt, wir müssen durchhalten.
00:47:33: Leute wie wir müssen das eben machen Und die anderen, die auch mit dran sind und dann gibt's andere, die noch viel mehr machen als wir Und die Welt wird nicht untergehen, also deswegen nicht.
00:47:44: Wir werden das irgendwie hinkriegen und die Leute kriegen Kinder.
00:47:47: Die Leute wollen was essen und reden und schöne Musik hören.
00:47:53: Irgendwie kriegt man das zusammen?
00:47:54: Ich bin da ganz optimistisch.
00:47:56: Sonst könnte ich ja gleich die Schaufel nehmen!
00:48:01: Ich glaube, ganz wichtig ist, dass wir erkennen, dass jeder Einzelne von uns die Veränderung ist.
00:48:08: Ich glaube, es braucht keine Veränderung von oben oder von außen.
00:48:11: Sondern jeder Einzelne von uns ist die Veränderungen und gibt einfach so krasse Beispiele hier wie toll das funktioniert.
00:48:20: Vielen Dank für eure Worte.
00:48:21: Vielen dank für eure Offenheit!
00:48:23: Ich wusste gar nicht was mich erwartet als ich das hier gemacht habe aber es schön zu wissen dass es Menschen wie euch gibt.
00:48:29: Das war sehr inspirierend für mich dieses Gespräch.
00:48:32: Und ja vielen Dank
00:48:33: Danke für deinen Mut, dass du heute den ersten Podcast gemacht hast und wir auch unseren ersten.
00:48:38: Genau zusammen!
00:48:41: Ja das war es schon mit dieser sehr spannenden Folge.
00:48:45: Ich fand's echt beeindruckend wie die beiden noch mal schildern Wie hart es ist
00:48:50: sich
00:48:51: dort zu engagieren.
00:48:53: ich merke immer wieder wie privilegiert wir sind in den größeren Städten Und deswegen ist es mir auch immer einen Ansinn, gerade in diesen Zeiten.
00:49:01: Gerade mit den Wahlergebnissen jetzt im Sachsen-Anhalt denkt daran, wenn ihr in einer größeren Stadt wohnt und wenn ihr im Westen wohnt wie kann ich Leute unterstützen die wirklich dort arbeiten wo's brennt?
00:49:13: Wie können man sich vernetzen?
00:49:14: Wie kann man Kontakte aufbauen?
00:49:16: Wie Kann Man Mittel und Unterstützung umleiten an die Stellen wo es wirklich wirklich wirklich nötig ist?
00:49:23: also spendet auch gerne unterstützt sie gerne und genauso das Überlandfestival.
00:49:29: Ja, dann war es diese Woche auch schon wieder!
00:49:32: Die nächste Folge findet dann schon wieder bei unserem nächsten Stopp statt.
00:49:37: wir sind da beim Ostenfestival am dreizehnten Und da reden wir mit
00:49:43: Politikern
00:49:44: und Schaffenden in der Kultur darüber wie sie sich auf die neuen Realitäten als Kulturlandschaft einstellen im Sachsen-Anhalt.
00:49:53: Also hört auch da gerne wieder rein, kommt auch gerne vorbei.
00:49:57: Und dann bedanke ich mich wie immer bei einem teilnehmenden bei Kylian und bei Sebastian Jautschuss unserem Cutter.
00:50:05: Dann bleibt mir nichts anderes zu sagen als macht es sich nur gut, macht die Welt ein kleines bisschen besser!
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